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Der Vogel des Jahres lebt auch in Graubünden, doch er ist schwer zu finden

Der Zwergtaucher ist der Vogel des Jahres. Der kleine, scheue Wasservogel ist für das kommende Jahr das Aushängeschild der Naturschutzorganisation Birdlife. 

Romina
Kranz
04.12.23 - 11:00 Uhr
Ereignisse
Wasservogel: Der Zwergtaucher taucht unter, um zu jagen. 
Wasservogel: Der Zwergtaucher taucht unter, um zu jagen. 
Bild Pixabay

Es komme häufig vor, dass der Zwergtaucher mit der Ente verwechselt werde, erklärt Tom Bischof, Geschäftsführer von Birdlife Graubünden. Auch der Zwergtaucher hat seinen Lebensraum im und am Wasser. Dennoch gibt es Merkmale, in denen sich die klassische Ente und der Zwergvogel unterscheiden. Dabei sei die Grösse schon ein Marker, so Bischof. «Der Zwergtaucher ist eine kleine Wasservogelart, die zu den Lappentauchern gehört.» 

Auch im Kanton Graubünden sei der Zwergtaucher zu finden. Allerdings sei das nicht ganz so einfach, da er eher scheu sei, sich gern verstecke und auch mal schnell abtauche, erklärt Bischof. Zudem sei er ein guter Jäger, denn er ernähre sich ausschliesslich tierisch, und seine Beute finde er unter der Wasseroberfläche. 

Der Botschafter

Doch auch wenn sich der Zwergtaucher gut verstecken kann, hat sich sein Bestand im letzten Jahrzehnt schweizweit verringert – und die Tendenz bleibt negativ. Es sei «ein Vogel, um den man sich Sorgen machen muss», sagt Bischof. Das liege nicht an natürlichen Feinden, sondern eher am schwindenden und gestörten Lebensraum. Genau aus diesem Grund sei der Zwergtaucher der passende Vogel des Jahres für das kommende Jahr. Da er auf Gewässer mit einer ausreichenden Fauna, also vielen Kleinlebewesen, angewiesen ist, gibt er Auskunft über die Qualität unseres Ökosystems. «Ein guter Botschafter für natürliche Wasserlebensräume», sagt der Birdlife-Geschäftsführer. Deshalb sei es wichtig, sich bewusst zu machen, warum es für den Zwergtaucher so schwierig sei, seine Population zu halten. «Er steht für die Wasserlebensräume», so Bischof. 

Die Anwesenheit von Zwergtauchern sagt auch viel über die Wasserqualität aus. «In einem Gewässer, wo die Wasserqualität gut ist, kann sich das Ökosystem frei entfalten», so der Geschäftsführer. Und wenn das Ökosystem intakt ist, gibt es für den Zwergtaucher genügend Beute, Verstecke und unter Wasser freie Sicht für die Jagd. 

Botschafter: Zwergtaucher geben Auskunft über die Qualität des Wassers. 
Botschafter: Zwergtaucher geben Auskunft über die Qualität des Wassers. 
Bild Pixabay

Hier können sie beobachtet werden

Es sei nicht leicht, die Zwergtaucher zu finden, meint Bischoff und ergänzt: «Unsere Gewässer sind ziemlich stark genutzt.» Damit bezieht er sich beispielsweise auf die zahlreichen Uferverbauungen, die eine natürliche Vegetation beeinträchtigen, und auf die stark vom Tourismus genutzten Gewässer.

Anzutreffen seien die Vögel beispielsweise in Cazis oder im Oberengadin. Ausserdem im Naturschutzgebiet Siechastuda im April und Juni. Von den Wanderwegen her seien auch die Waldrufe der Zwergtaucher zu hören, mit denen sie auf sich aufmerksam machen. 

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