20 Tonnen schwere Buche stürzt auf Hauptstrasse
160 Jahre lang hat sie Wind und Wetter getrotzt. Jetzt legt Sturm «Burglind» die Rotbuche in Luchsingen um. Wie ein Streichholz knickt sie auf die Hauptstrasse. Glück im Unglück, dass dabei niemand verletzt wird. Grossen Schaden richtet der Sturm allerdings an den Sportbahnen Kerenzerberg an.
160 Jahre lang hat sie Wind und Wetter getrotzt. Jetzt legt Sturm «Burglind» die Rotbuche in Luchsingen um. Wie ein Streichholz knickt sie auf die Hauptstrasse. Glück im Unglück, dass dabei niemand verletzt wird. Grossen Schaden richtet der Sturm allerdings an den Sportbahnen Kerenzerberg an.
Sturm «Burglind» machte gestern im Glarnerland keine Mittagspause. Der Alarm erreichte die Feuerwehr um 12.36 Uhr. Als sie auf dem Schadenplatz in Luchsingen eintraf, erwartete sie ein Bild der Verwüstung: Der Wind hat eine 160-jährige Rotbuche kurzerhand niedergemäht.
30 Ster, umgerechnet 20 Tonnen Holz, liegen buchstäblich am Boden, ein grosser Teil davon auf der Hauptstrasse. Diese muss während den Bergungsarbeiten für zwei Stunden gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden.
Boote an Land gespült
Mehrere Tannen legt der Sturm über die Strasse entlang des Flugplatzes in Mollis. An der Badstrasse in Niederurnen werden Baustellenabschrankungen auf die Fahrbahn geworfen. Ein Baum liegt in Ziegelbrücke auf der Fahrbahn. An der Ziegelbrückstrasse löst sich die Dachbedeckung eines Geschäftshauses.
«Weiter trieben in Mühlehorn mehrere Boote im Hafen, nachdem ein Steg aus seiner Verankerung gerissen worden ist», teilt Daniel Menzi von der Kantonspolizei Glarus mit. «Die Seerettung konnte die Boote sichern.» Drei Schiffe seien zudem durch den Wellengang ans Ufer gespült worden.
Gewütet hat der Sturm vor allem auf dem Kerenzerberg: Dort stürzen mehrere Bäume auf das Tragseil der Sportbahnen. «Auch auf dem Schlittelweg liegt alle 200 Meter eine Tanne», sagt Besitzer Ruedi Pfiffner. Auch die Sportbahnen Braunwald stellen ihre Fahrten aus Sicherheitsgründen ein, nicht erst nachdem ein Christbaum und ein Skiständer durch die Luft geflogen sind.
Laut der Skilehrerin Ladina Ender mussten diverse Angestellte und Gäste von den Restaurants per Pistenfahrzeuge zur Standseilbahn transportiert werden. «Wir durften nicht mehr selber hinunterfahren. Diverse Personen waren betroffen», erzählt die involvierte Stadtglarnerin. Auch in Elm wird der Betrieb eingeschränkt. Die Strecke Linthal-Urnerboden ist gesperrt.
Evakuierung im Skigebiet Pizol
Im Skigebiet Pizol wirft das Sturmtief «Burglind» Bäume auf die Tragseile der Bergbahn. Mehrere Passagiere müssen evakuiert werden. Dafür stehen im unwegsamen Gelände die Rega, ein Heli der Polizei sowie spezielle Schneefahrzeuge im Einsatz. An der Rettung beteiligen sich zudem Forstspezialisten und Angehörige der Alpinen Rettung Schweiz. Am späten Nachmittag können die letzten drei Passagiere geborgen werden.
Innerhalb von vier Stunden registriert die Kantonspolizei St. Gallen über 190 Anrufe. Umgestürzte Bäume beschädigen zwei Autos und einen Traktor. Gemeldet werden umgeknickte Schornsteine und Antennen. Die Böen decken mehrere Dächer ab. Der Seedamm Rapperswil-Jona muss aufgrund umgestürzter Bäume kurzzeitig gesperrt werden.
Sturm «Burglind» macht sich auch in den Bündner Tälern bemerkbar. Windspitzen von deutlich mehr als 100 Stundenkilometern hinterlassen ihre Schäden. Zwischen Bad Ragaz und Fläsch werden Bäume entwurzelt. In Bad Ragaz wird ein Gartenhäuschen Opfer des Sturms.
In Chur fällt ein 150-jähriger Mammutbaum auf ein Marronihüsli. Auf Strasse und Schiene kommt es zu Unterbrüchen. Als Vorsichtsmassnahme sperrt die Stadtpolizei Chur die Tivolibrücke. Reinigungslifte wurden dort aus den Führungsschienen gehoben und drohten, vom Dach des Postautodecks zu stürzten.
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