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Restaurant & Pizzeria «Schützenhaus» in Uznach: Der bessere Normalo am Aldi-Kreisel

In der Kolumne «En Guetä» schreibt der freie Journalist Martin Mühlegg regelmässig über seine Erfahrungen in den Gastrolokalen der Region. Nun war er im «Schützenhaus» in Uznach zu Gast.

Linth-Zeitung
15.06.25 - 04:30 Uhr
Umfangreiche Karte, gutes Essen: Im «Schützenhaus» in Uznach kommen alle auf ihre Kosten.
Umfangreiche Karte, gutes Essen: Im «Schützenhaus» in Uznach kommen alle auf ihre Kosten.
Bild: Martin Mühlegg

Von der Besenbeiz über die Pizzeria bis zum Gourmetrestaurant: In der Kolumne «En Guetä» schreibt der freie Journalist Martin Mühlegg regelmässig über seine Erfahrungen in den Gastrolokalen des Linthgebiets und Glarnerlands.

Was macht ein Restaurant erfolgreich? Klar: Es braucht gute Küche, guten Service und ein gefälliges Lokal. Aber was ist mit den Restaurants, bei denen irgendwie alles normal ist, und die trotzdem immer voll sind?

Antworten gibt etwa ein Besuch im «Seefeld» in Hurden. Dessen Crew wird im Januar 2026 das Rapperswiler «Rathaus» übernehmen. Wir können davon ausgehen, dass auch dort zu Essenszeiten kaum ein Stuhl frei bleiben wird.

Ähnlich erfolgreich ist das «Schützenhaus» in Uznach. Auch dort läuft es gut – ein idealer Ort also, um der eingangs gestellten Frage auf den Grund zu gehen. 

Also kehren wir an einem Donnerstagabend dort ein. Doch zu unserer Überraschung sind wir um halb sieben die ersten Gäste. Mit meinem Begleiter diskutiere ich darüber, ob man in Uznach wohl den mediterranen Essrhythmus praktiziere. Oder ob schlechte Küche und schlechter Service die Leute vertrieben hätten. Er versichert mir, dass er im «Schützenhaus» immer gut gegessen habe. Es liege wohl daran, dass manche Leute schon in die Pfingstferien gereist seien. 

Überdurchschnittlich: Das Rumpsteak mit den Extras Pfeffersosse, geröstete Zwiebeln, Rosmarin, Paprika und Butterbrösel auf dem Gemüse.
Überdurchschnittlich: Das Rumpsteak mit den Extras Pfeffersosse, geröstete Zwiebeln, Rosmarin, Paprika und Butterbrösel auf dem Gemüse.
Bild: Martin Mühlegg

Ein erster Erfolgsfaktor scheint die Karte zu sein: Sie ist so umfangreich, dass jeder auf seine Kosten kommt. Es gibt die erfolgreichen drei P: Pizza, Pasta und Pommes. Dazu Cordon bleu, Fischknusperli, Rösti und vieles mehr. Von den Bestsellern der Schweizer Restaurants fehlt nur der Hamburger.

Ich beginne mit einem Menü-Salat (8.50 Franken), der hauptsächlich aus verschiedenen Blattsalaten besteht. Die stattliche Portion ist schön angerichtet und an einer cremigen italienischen Sosse angemacht. Eine adrette Deko mit Schnittlauch, Sprossen und dickem Balsamico hebt ihn über den Durchschnitt (Erfolgsfaktor 2). Dazu trinke ich ein Glas Pinot Grigio aus dem Veneto (7 Franken). 

Anschliessend bekomme ich ein Rumpsteak vom Rind an Pfefferrahmsauce mit Pommes frites (36.50). Das Steak ist für meinen Geschmack zu «well done». Erst jetzt bemerke ich, dass ich beim Bestellen nicht nach der Garstufe gefragt worden bin. Doch sonst hebt sich auch dieses Gericht mit ein paar i-Tüpfchen von einer 08-15-Beiz ab (wieder Faktor 2): Deko mit gerösteten Zwiebeln, Rosmarin, Paprika – und das in einem Schälchen servierte Gemüse ist mit Butterbrösel betreut. 

Derweil isst mein Begleiter eine Pizza Quattro Stagioni (23.-). Sie kommt aus dem Holzofen – Teig und Belag schmecken ausgezeichnet. Auch hier gibt es ein kleines Extra: Die fünfte Jahreszeit in Form von Peperoni. Zum Dessert bestelle den Mini-Coupe Alexander mit Karamelleis, -sosse und -gebäck (7.50). Er ist ein gelungener Abschluss eines Abendessens, das nicht aussergewöhnlich, aber eben etwas über dem Durchschnitt und doch recht günstig war. 

Zurück zu den Erfolgsfaktoren: Kellner und Kellnerin sind freundlich (Faktor 3). Weil sie schnell arbeiten und viele Tische bedienen (um halb acht ist das Lokal voll), laufen die Kosten nicht aus dem Ruder (Faktor 4). Faktor 5 ist die Konstanz: Die kann ich nach einem Besuch nicht beurteilen, aber mein Begleiter hat im «Schützenhaus» immer gut gegessen.

Restaurant & Pizzeria «Schützenhaus», Uznach

Ambiente: Der geräumige Speisesaal ist eine Mischung aus Wintergarten und Pavillon. Er ist hell, wirkt freundlich und modern. Die Stühle hingegen sind rustikal. An den Wänden hängen Jagdtrophäen, auf einem grossen Bildschirm flackert ein Lagerfeuer. Das Feuer im Pizzaofen ist aber echt.
Service: Freundlich, sympathisch und speditiv. Ich wurde leider nicht nach der Garstufe des Steaks gefragt, sonst einwandfrei.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Gut, wie oben beschrieben. Für drei Gänge mit Rinds-Steak, Wasser und drei Gläsern Wein bezahle ich 83.50 Franken. Ideal auch für Familien, da es für alle etwas Günstiges auf der Karte hat.
Adresse und Öffnungszeiten: Zürcherstrasse 92, 8750 Uznach; www.hotel-uznach.ch, [email protected], 055 280 27 81; Mo bis Fr 8.30 – 14 Uhr und 16 – 23 Uhr, Sa – 10 bis 23 Uhr, Sonntag Restaurant geschlossen, Hotel geöffnet.

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