Restaurant «Bildhus» auf dem Ricken: Ein nicht alltägliches Alltagsmenü
In der Kolumne «En Guetä» schreibt der freie Journalist Martin Mühlegg regelmässig über seine Erfahrungen in den Gastrolokalen der Region. Nun war er auf dem Ricken zu Gast.
In der Kolumne «En Guetä» schreibt der freie Journalist Martin Mühlegg regelmässig über seine Erfahrungen in den Gastrolokalen der Region. Nun war er auf dem Ricken zu Gast.
Von der Besenbeiz über die Pizzeria bis zum Gourmetrestaurant: In der Kolumne «En Guetä» schreibt der freie Journalist Martin Mühlegg regelmässig über seine Erfahrungen in den Gastrolokalen des Linthgebiets und Glarnerlands.
von Martin Mühlegg
«Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen», heisst es auf unseren Tischsets. Was wir im «Bildhus» bekommen, liest sich auf der Karte zuerst einmal sehr alltäglich: «Menü 1: Griesssuppe mit Lauch – Kohlrabisalat – Schweinsgeschnetzeltes an Champignons-Rahm-Sauce mit Spätzli, Broccoli und Rüebli». Ein richtiges Büezer-Menü also, das genug Energie liefert für einen anstrengenden Nachmittag. Nicht alltäglich finden wir den Preis: Die drei Gänge kosten nur 21.50 Franken.
Wenige Wochen nach dem Wirtinnenwechsel von Bea Artho (sie war 35 Jahre hier) zu Vera Reimer ist es Zeit, dem «Bildhus» einen Besuch abzustatten. Sehr viel wird sich an der schönen Aussichtslage zwischen Uetliburg und Ricken nicht geändert haben, denn Reimer arbeitet seit über vier Jahren als Küchenchefin im «Bildhus».
Einen ersten, nicht alltäglichen Farbtupfer finden wir auf der Suppe in der Form von geröstetem Lauch. Er verleiht der an sich schon guten Suppe einen schönen Aroma-Booster. Ich mache das öfter und empfehle es gerne weiter: Im Ofen braun gerösteter Lauch peppt manches vegetarisches oder veganes Gericht auf. Ein paar braune Lauchstreifen machen zum Beispiel auf einem Risotto eine sehr gute Figur – optisch, geschmacklich und punkto Konsistenz. Den Kohlrabisalat bekomme ich in einem schmucken Schälchen – mir gefällt die Sauce, die dem Gericht eine angenehme Frische verleiht. Das Brot ist – wie in den allermeisten Restaurants – aufgebacken. Es ist so, wie ein gutes Ruchbrot sein soll: Aussen knusprig und innen feucht.
Besonders «unalltäglich» – im positiven Sinne – finde ich die Beilage des Hauptganges. Schon bevor die Kellnerin den Teller vor mich stellt, erkenne ich mit Vorfreude: Die Spätzli duften nach frischen Eiern und sind hausgemacht. Sie sind leicht angebraten – zusammen mit der feinen Champignon-Rahm-Sauce sind sie perfekt. Etwas weniger Lob verdient das geschnetzelte Schweinefleisch: Es war wohl zu lange in der Pfanne und ist trocken.
Derweil isst meine Liebste einen «Veganburger» mit Apfelchutney im hausgemachten Brötchen mit Pommes frites für 27 Franken. Wenn ihr diese Kolumne regelmässig lest, wisst ihr, dass meine Liebste schon öfter vegane Burger aufgetischt bekam, die ihr nicht gefielen, weil sie zu matschig waren. Der «Bildhus»-Version gibt sie 4,5 von 5 Punkten, weil sie aussen knusprig ist, viel Gemüse enthält und gut mit dem Apfelchutney harmoniert.
Obwohl unsere Bäuche mehr als gut gefüllt sind, bestellen wir zum Abschluss die Hausspezialität Zwetschgenkuchen mit Rahm für 8.30 Franken. Wir bekommen sie mit viel Schlagrahm, und im Unterschied zu einer konventionellen Wähe hat dieser Kuchen zwischen den Früchten keinen Eierguss, sondern ein fruchtiges Gel. Es sind meine ersten wirklich süssen Zwetschgen der Ernte 2024. Gefühlt habe ich nämlich im vergangenen Jahr nur saure oder angefaulte Zwetschgen bekommen. Ging es Ihnen auch so? Oder haben sie einen Tipp, wo ich nächsten Sommer gute und süsse Zwetschgen bekommen kann?
Restaurant «Bildhus»
Ambiente: Im «Bildhus» sieht es aus wie in vielen Landbeizen in mittlerer Höhenlage, die vor rund 20 Jahren renoviert worden sind: Viel helles Holz und ein heller Steinboden. Die Gaststube ist sehr gross, und es gibt viel Luft zwischen den Tischen. Die Gartenbeiz bietet eine sehr schöne Aussicht.
Service: Wir haben keine Wünsche offen, die Kellnerinnen sind freundlich und aufmerksam.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Zwei Vorspeisen und ein Hauptgang mit Fleisch für 21.50 Franken sind sehr günstig. Auch das À la carte-Angebot ist preiswert. Zum «Hammerpreis» von 15.50 gibt es eine Gommiswalder Goldbratwurst mit Zwiebelsauce und Pommes frites. Uns gefällt, dass es einige preiswerte Vegi-Gerichte gibt.
Adresse und Öffnungszeiten: Bildhaus 281, 8726 Ricken; www.bildhus.ch, [email protected], 055 280 14 57; Dienstag bis Donnerstag 10 bis 17 Uhr; Freitag 10 bis 22 Uhr; Samstag 9 bis 22 Uhr; Sonntag 9 bis 20 Uhr, im Sommer gelten längere Öffnungszeiten, Gesellschaften auf Anfrage.
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.