«En Guetä!» – Restaurant «Suvarnabhumi» in Rapperswil-Jona
Restauranttester wie Daniel Bumann hätten wohl am «Suvarnabhumi» einiges auszusetzen. Doch der Kundschaft ist das egal, denn das Lokal in einem ehemaligen Bankgebäude überzeugt in vielerlei Hinsicht.
Restauranttester wie Daniel Bumann hätten wohl am «Suvarnabhumi» einiges auszusetzen. Doch der Kundschaft ist das egal, denn das Lokal in einem ehemaligen Bankgebäude überzeugt in vielerlei Hinsicht.
Von der Besenbeiz über die Pizzeria bis zum Gourmetrestaurant: In der Kolumne «En Guetä» schreibt der freie Journalist Martin Mühlegg regelmässig über seine Erfahrungen in den Gastrolokalen des Linthgebiets und Glarnerlands.
Das Lokal ist eine ehemalige Bankfiliale und ein Zeuge aus den dunklen Zeiten der postmodernen Architektur. Es hat einen zungenbrecherischen Namen, den ich mir lange nicht merken konnte. Und die Deko ist nicht über alle Zweifel erhaben. Betriebswirte würden dem «Suvarnabhumi» keine rosige Zukunft voraussagen. Auch Restauranttester wie Daniel Bumann oder Frank Rosin hätten wohl einiges auszusetzen.
Doch der Kundschaft und auch mir ist das egal, weil man im «Suvarnabhumi» richtig gut isst und anständig bedient wird. Das Restaurant an der Molkereistrasse gehört zu den erfolgreichsten der Region. So fühlt es sich auch letzte Woche an, als wir am Freitag zum Mittagessen kommen. Ohne Reservation hätten wir keinen Tisch mehr bekommen. Hinzu kommt viel Take-away-Kundschaft – geschätzte 200 Mahlzeiten schöpft die Wirtin Yvonne Eberle an diesem Mittag auf Teller und in Lunchboxen.
Zuerst bekommen wir einen Gruss aus der Küche, der sehr lecker schmeckt: Es ist eine frittierte Teigtasche mit Gemüse und Krevetten in einer süss-sauren Sauce. Wie fast alle Gäste entscheiden wir uns für das Mittagsbüfett mit sechs verschiedenen Gerichten, das mit Softgetränk nur 25.50 Franken (!) kostet.
Wir reihen uns in die Schlange ein – lange dauert es nicht, und ich bekomme in der ersten Runde zwei Gerichte mit gebratenem Reis geschöpft. Das erste ist ein vegetarisches Massaman. Dieses Curry ist eine Fusion von thailändischer und persischer Küche. Mit seinen Zimt- und Kardamom-Aromen schmeckt es süsser und milder als andere Currys. Auf die andere Seite des Tellers habe ich mir ein Schweinsgericht mit dem wunderbaren Namen «Gäng The Po Moo» schöpfen lassen. Es ist ein rotes Curry mit herzhafter Schärfe und Säure. Das Schweinefleisch ist etwas zu lange gegart worden und leicht zäh. Dies wird jedoch der einzige Makel des sonst sehr gelungenen Mittagessens bleiben.
Beide Gerichte zeichnen sich durch gehaltvolle, cremige und aromatische Saucen aus. Das zeugt von sorgfältigem Handwerk, guten Zutaten und gekonntem Abschmecken. Dies ist der Hauptgrund, warum ich das «Suvarnabhumi» lieber als manche anderen Thais ansteuere, wo die Saucen teilweise nur eindimensional scharf und wässrig sind.
Kaum zu glauben, aber wahr: Zum günstigen Pauschalpreis liegt noch ein zweiter Teller drin (ich könnte sogar drei nehmen). Ich entscheide mich für das rote Curry mit Poulet, Thai-Auberginen, Chili und Bambussprossen. Dazu lasse ich ein paar Thai-Fischknusperli auf den Teller schöpfen. Ich weiss, dass es nicht sinnvoll ist, Pangasius zu essen (weiter Transport, problematische Zucht und Rückstände von Medikamenten). Doch es gehört nun mal zu meinem Job, Ihnen einen vertieften Einblick in die Karte der getesteten Restaurants zu geben. Und ich darf berichten, dass mir diese frittierten Fische besser geschmeckt haben als manche nach einheimischen Rezepten zubereitete Fischknusperli.
Gastrotipp: Restaurant «Suvarnabhumi», Rapperswil-Jona
Ambiente: Ein Thai-Restaurant passt so schlecht in eine Bankfiliale wie eine Autobahnraststätte ins Hochgebirge – könnte man meinen. Trotzdem geht man sehr gerne in dieses Lokal, weil es beseelt ist von einem sympathischen Team und weil das Essen grossartig ist.
Service: Am Mittag ist Selbstbedienung. Die Getränke bekommen wir rasch, und von Besuchen am Abend weiss ich, dass man immer aufmerksam und freundlich betreut wird.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Am Mittag sensationell: 25.50 Franken mit Getränk! Es ist unglaublich, was das Team zu diesem Preis auf die Teller zaubert. Und noch unglaublicher, dass wir zu diesem Preis mehrmals schöpfen dürfen. Abends etwas teurer, aber immer noch preiswert.
Adresse: Molkereistrasse 16, Jona.
*Martin Mühlegg ist Journalist und Lebensmittelingenieur. Für die Kolumne «En Guetä» besucht er Restaurants der Region.
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