×

Ein Paradies für hungrige Foodies

In der Kolumne «En Guetä» schreibt der freie Journalist Martin Mühlegg regelmässig über seine Erfahrungen in den Gastrolokalen im Linthgebiet und im Glarnerland. Nun war er beim Hofrestaurant «Bächlihof» in Jona zu Gast.

Linth-Zeitung
26.07.25 - 04:30 Uhr
Schöner Ort: Auf dem «Bächlihof» findet jeder sein Plätzchen zum Essen.
Schöner Ort: Auf dem «Bächlihof» findet jeder sein Plätzchen zum Essen.
Bild: Martin Mühlegg

Von der Besenbeiz über die Pizzeria bis zum Gourmetrestaurant: In der Kolumne «En Guetä» schreibt der freie Journalist Martin Mühlegg regelmässig über seine Erfahrungen in den Gastrolokalen des Linthgebiets und Glarnerlands.

Martin Mühlegg

Kartoffelgratin, Schweinsragout, gefüllte Zucchini, gebratenes Sommergemüse, Fleischkäse mit Spiegelei, Pasta mit Bolo- oder Tomatensosse stehen zur Auswahl. Ich könnte auch ein Birchermüesli haben. Oder einen epischen, selbst zusammengestellten Salatteller. Käse- oder Fruchtwähen sind weitere Optionen. Ebenso Brot mit Butter, Aufschnitt und Käse. Frische Beeren und Fertige Sandwiches gibt es auch. Und falls der Kühlschrank zu Hause leer ist, kann ich eine Tüte mit Lebensmitteln füllen. Alles ist zum Greifen nah. Bei einem Foodie wie mir verdichten jetzt sich Empfindungen wie Hunger, Vorfreude und Neugier zu einer Euphorie. Kein Wunder, ist auf dem «Bächlihof» immer so viel los.

Anfangs war ich skeptisch, als «Jucker Farm» auf dem «Bächlihof» ein Bauern-Disneyland eröffnete. Doch meine Zweifel waren schnell verflogen, und ich komme gerne hierher. Die beiden Höfe in Seegräben und Rapperswil-Jona sind übrigens auch perfekte Locations für Seminare und andere Anlässe.

Ein weiteres Argument für den Besuch dieser Höfe ist für mich der Firmenpatron Martin Jucker. Mir gefällt seine freigeistige, engagierte und ein bisschen naive Art – es sind die typischen Eigenschaften eines Visionärs. Im Frühjahr traf ich Jucker auf einer Konferenz für regenerativen Tourismus. Da erzählte er mir, dass er sich für eine regenerative und biodiverse Landwirtschaft engagiere. Er sei daran, seine Betriebe umzustellen. Er biete Kurse an und unterstütze andere Produzenten bei ähnlichen Vorhaben. 

Zurück zum Mittagessen im «Bächlihof»: Nach dem Motto «von allem ein Bisschen» schöpfe ich 358 Gramm Warmes auf den grossen Teller (16.47 Franken). Dazu nehme ich einen kleinen Teller mit verschiedenen Salaten und Beeren (4.60) und einen Hoftee Kräuter-Apfel (5.-). Die warmen Speisen haben die üblichen Buffet-Mankos: Sie dürften heisser sein und sind teilweise nicht auf den Punkt gegart. Aber sie sind gut – das Kartoffelgratin und das Schweinsragout sind würzig und cremig. Fade sind Brokkoli und Blumenkohl. Sie sind wohl für gesundheitsbewusste Veganer gedacht – was ja auch in Ordnung ist. Beim nächsten Mal würde ich dieses Gemüse selbst aufpeppen – das Buffet bietet hierfür viele Upgrades. Gute Noten gebe ich dem Salat mit der weissen, süsslichen Sauce.

Von allem ein Bisschen und selbst geschöpft: Mittagsteller vom Buffet.
Von allem ein Bisschen und selbst geschöpft: Mittagsteller vom Buffet.
Bild: Martin Mühlegg

Zum Dessert hole ich mir eine Rhabarberwähe mit Schlagrahm (6.-) und ein Beerentörtchen mit Vanillecreme (6.-). Der obere Teil gefällt mir: erstklassige und frische Zutaten, guter Guss. Weniger gut finde ich den unteren Teil. Der Boden der Wähe und das Törtchen dürften krosser gebacken sein.

Als ich vor dem Hof aufs Velo steige, komme ich mit einem Bekannten ins Gespräch. Er ist alleinstehender Rentner und kocht nicht gerne. «Ich esse mehrmals pro Woche hier», sagt er. «Die Auswahl ist gross, die Mitarbeitenden sind sehr nett und die Preise stimmen.» Dem schliesse ich mich an. 

Hofrestaurant «Bächlihof»

Ambiente: Buffet und Laden sind stimmig und übersichtlich gestaltet. Das Angebot wird attraktiv präsentiert, sodass man Lust darauf bekommt, dies und das zu probieren. Zum Essen gibt es viele Optionen, jeder findet ein Plätzchen, das ihm gefällt. 
Service: Selbstbedienung. Das Personal ist freundlich, hilfsbereit und grosszügig (zum Beispiel mit dem Schlagrahm). Auch bei Andrang kommt man schnell zu seinem Essen.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Gut – es wird nach Aufwand/Gewicht berechnet. Ich bezahle für Vorspeise, Hauptgang, zwei Desserts und Getränk 38.05 Franken. Wer sehr viel Hunger hat, wählt die Option «pauschal» für 49.- Franken.
Adresse und Öffnungszeiten: Blaubrunnerstrasse 70, 8645 Rapperswil-Jona; www.juckerfarm.ch, [email protected], 044 934 34 84; Frühstück Montag bis Freitag 9 bis 11 Uhr; Brunch Samstag und Sonntag 9 bis 13 Uhr, Mittagessen Montag bis Freitag 11.30 bis 14 Uhr, Samstag und Sonntag 11.30 bis 15 Uhr. Hofladen und kalte Küche täglich 9 bis 18 Uhr.

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.