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Restaurant «La Fuente» in Rapperswil-Jona: Der verlässlich gute Dauerbrenner am Hauptplatz

In der Kolumne «En Guetä» schreibt der freie Journalist Martin Mühlegg regelmässig über seine Erfahrungen in den Gastrolokalen der Region. Nun war er im Restaurant «La Fuente» zu Gast.

 

Linth-Zeitung
05.04.25 - 04:30 Uhr
Ein Dauerbrenner: Das «La Fuente» am Rapperswiler Hauptplatz.
Ein Dauerbrenner: Das «La Fuente» am Rapperswiler Hauptplatz.
Bild Martin Mühlegg

Von der Besenbeiz über die Pizzeria bis zum Gourmetrestaurant: In der Kolumne «En Guetä» schreibt der freie Journalist Martin Mühlegg regelmässig über seine Erfahrungen in den Gastrolokalen des Linthgebiets und Glarnerlands.

von Martin Mühlegg

Zum Einstieg bekommen wir neben einer grossen Apfelschorle (5.90 Franken) einen Salat mit Nüssli, Eisberg, Cicorino rosso, Frisée, Radieschen, Rotkohl und Gurke. Er sieht schön aus und schmeckt uns mit seiner erfrischenden Vinaigrette mit Kräutern, unter anderem Basilikum, sehr gut. Das bunte Meisterwerk ist im Mittagsmenü inbegriffen und zeigt, dass man im «La Fuente» den Details Aufmerksamkeit schenkt. 

Seit 28 Jahren ist das schöne Lokal am Hauptplatz unter der Führung der Familie dos Santos. In dieser Zeit bin ich rund 20-mal dort eingekehrt und war immer zufrieden. Von Freunden und Bekannten höre ich immer wieder lobende Worte. Die eine Tochter meiner Liebsten ist den Gnocchi an cremiger Paprika-Poulet-Sauce so sehr verfallen, dass sie mittlerweile einen beträchtlichen Teil ihres Freundeskreises damit angefixt hat.

Das «La Fuente» vereint die Küchen Spaniens, Portugals und Italiens – und hat einen Schuss Globalisierung und Zeitgeist dazugegeben. So kommen sowohl spanische Traditionalisten wie auch Hipster (falls es sie noch gibt) auf ihre Rechnung. Auf der Mittagskarte vom vergangenen Donnerstag gibt es Gesundheits-Booster wie Poke Bowl (27.50) und Salat Bowl (25.50) – beides ist mit Fisch oder Tofu erhältlich. Auf der Abendkarte findet sich ein Black Angus Beef Blackburger mit Pommes frites (39.50). Die Bewertungen auf Goolge (4,6) und Trip Advisor (4,4) sind meiner Meinung nach etwas zu tief. Wir sind zu dritt, essen drei verschiedene Hauptgänge und würden eine höhere Benotung geben. Einer meiner Begleiter findet zum Beispiel lobende Worte, weil seine Salzkartoffeln an reichlich Butter angemacht sind (mit Egliknusperli und Tartarsauce 26.50, Mittagsmenü). 

Ich esse nur noch sehr wenig Fleisch – aber (Vegis bitte die nächsten Sätze überspringen): Es gibt im Leben nur wenige Genüsse, die über ein Steak mit Kräuterbutter und Kartoffelgratin hinausgehen. Deshalb bekomme ich das Menü Nummer drei von sechs: Black Angus Ribeye-Steak vom Grill mit Kartoffelgratin (mit Salat 33.50). 

Gut gewürzt und saftig-aromatisch: Ribeye-Steak mit Kartoffelgratin.
Gut gewürzt und saftig-aromatisch: Ribeye-Steak mit Kartoffelgratin.
Bild Martin Mühlegg

Ich werde nicht enttäuscht. Die Tranche Fleisch mit dem Muskel in der Mitte (Auge) ist marmoriert und deshalb saftig und aromatisch. Im Unterschied zu immer mehr Lokalen geizt man im «La Fuente» nicht mit dem Salz – und das ist gut so. Nicht, weil wir zum Durstlöschen eine grosse Schorle bestellt haben, sondern weil ein Steak und ein Gratin würzig abgeschmeckt sein sollen.

Ein weiteres schönes Detail zelebriert das «La Fuente» zum Abschluss: Zu jedem Mittagsmenü gibt es ein kleines Dessert. Diesmal ist es ein grünes Pistazien-Tiramisu. So geht das Konzept auf, dass man mit günstigen und kaum kostendeckenden Mittagsmenüs Kundschaft für den Abend gewinnt. Für mich ist nach diesem Essen klar, dass ich meine Liebste samt ihrer den «Fuente»-Gnocchi verfallenen Tochter sehr bald hierhin ausführen werde.

Restaurant «La Fuente» 

Ambiente: Das Lokal im Erdgeschoss des Hauses am oberen Ende des Hauptplatzes gehört zu den schönsten der Stadt. Leider passt die Farbe der Wände (irgendwo zwischen Aprikose und Pfirsich, arabischer Stil) nicht zum spätmittelalterlichen Charme des Hauses. Sonst angenehm und liebevoll dekoriert. Schön ist es auch draussen an der Schlosstreppe oder unter der Laube.
Service: Aufmerksam, freundlich und familiär. Die Sprüche des langjährigen Kellners gehören zum Kulturgut der Stadt (bringt die Schorles an den Tisch und fragt: «Wer bekommt grosses Bier?»)
Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Mittagsmenüs sind sehr preiswert, weil der Salat hochwertig ist und es einen guten Nachtisch gibt. Abends etwas teuer, aber dem Niveau in der Rapperswiler Altstadt angemessen.
Adresse und Öffnungszeiten: Hauptplatz 9, 8640 Rapperswil-Jona; www.restaurante-lafuente.ch, [email protected], 055 214 38 14; Dienstag bis Samstag 11 bis 14.30 Uhr, 18 bis 23 Uhr. Montag und Sonntag geschlossen.

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