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Kniegelenksarthrose - Kniegelenksprothese - neues Leben?

Das Kantonsspital Glarus informiert.

Leben & Freizeit
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24.10.22 - 04:30 Uhr
Dr. med. Ludwig Hauswirth, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates.
Dr. med. Ludwig Hauswirth, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates.

Beweglichkeit erhalten und die dafür notwendigen Gelenke bei Verletzungen oder Abnutzung wiederherstellen – das ist Aufgabe der Spezialisten für den Bewegungsapparat.
Dr. Ludwig Hauswirth ist Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und seit vielen Jahren als Belegarzt am Kantonsspital Glarus tätig.

Kniegelenksarthrosen bedeuten im fortgeschrittenen Stadium für die betroffenen Patientinnen und Patienten eine massive Einbusse ihrer Lebensqualität. Die Entwicklung einer Arthrose kommt durch den Verlust des Gelenksknorpels zustande, der die eigentliche Gleitschicht des Gelenks bildet. Chronische Überlastung durch Beruf, Sport oder Übergewicht, frühere Verletzungen, entzündliche Erkrankungen und nicht selten eine familiäre Vorbelastung sind die Hauptursache für die Entwicklung einer Arthrose. Ist die Arthrose fortgeschritten, kommt es zum weitgehenden Knorpelverlust und dadurch zum direkten Kontakt der knöchernen Gelenksflächen aufeinander. Ergussbildung, Formveränderung des Gelenkes, Steifigkeit des Gelenkes und chronische Schmerzen sind die Folge davon. In diesem Stadium der Arthrose helfen konservative Massnahmen wie Schmerzmittel, Physiotherapie und Spritzenbehandlungen häufig nicht mehr ausreichend. Wollen die von der Arthrose betroffenen Patienten ihre frühere Gehfähigkeit und Schmerzfreiheit erreichen, bleibt häufig nur noch der Kniegelenksersatz durch eine Prothese als erfolgsversprechende Behandlung.

Kniegelenkstotalprothesen hatten in der Vergangenheit nicht den gleich guten Ruf, wie sie Hüfttotalprothesen seit Jahrzehnten haben. Grund dafür waren häufig verbleibende Restschmerzen, Steifigkeit oder ein Instabilitätsgefühl.

Mehrere richtungsweisende Entwicklungen beim Prothesendesign, der Verbesserung der Materialeigenschaften und der Operationstechnik haben ganz wesentlich dazu beigetragen, die Zufriedenheit der Patienten mit ihrer Knieprothese zu verbessern und berufliche und sportliche Tätigkeiten wieder weitgehend ohne Einschränkungen zu ermöglichen. Seit den frühen siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Knietotalprothesen so eingesetzt, dass die Patienten ein möglichst gerades Bein erhalten haben. Dies mit dem Ziel, die Operationstechnik reproduzierbar zu machen und die Abnützung der Materialien auf ein Minimum zu beschränken. Das kosmetische Ergebnis war für die Patienten zwar befriedigend, hat aber die Individuelle Anatomie des Patienten nur ungenügend berücksichtigt. Das Ziel, aus einem O-Bein oder einem X-Bein ein gerades Bein zu machen, war oft nur mit dem teilweisen Ablösen der Seitenbandstrukturen zu erreichen. Die damit einhergehende Veränderung des Bewegungsablaufs im Kniegelenk hat nicht selten zu den oben genannten Restsymptomen geführt.

Aus diesem Grund wurden im letzten Jahrzehnt Operationstechniken entwickelt, die der individuellen Anatomie in stark verbessertem Mass Rechnung tragen. Das «Kinematic alignment» ist eine Operationstechnik, bei der die Kniegelenksprothese so eingesetzt wird, dass sie mit ihrer Oberfläche möglichst exakt die ursprüngliche Gelenksoberfläche nachbildet. Damit verbunden wird einerseits die Bandspannung und der Muskelzug und anderseits die Beinachse in ihren ursprünglichen Zustand überführt, d.h. so wie er vor der Arthrose bestanden hatte. Damit sind auch keine Bandablösungen mehr notwendig.

Die «patientenspezifische Instrumentierung » ist eine Entwicklung, die dazu beiträgt, die Planung und die anschliessende Operation zu optimieren. Dazu wird vor der Operation ein Computertomogramm des betroffenen Beines gemacht und anhand dessen die Beinachse und die Ausrichtung der Gelenksflächen bestimmt und eine Planung mit der zu erwartenden Grösse der Prothese und deren optimalen Ausrichtung angefertigt. Darauf basierend wird ein 3-D-Modell des Kniegelenkes hergestellt und dazu passend Schnittlehren, die es während der Operation ermöglichen, die Planung exakt umzusetzen.

Das moderne Knieprothesen-Design, wie es bei der von uns verwendeten «sphärischen Knieprothese» umgesetzt worden ist, bildet die Anatomie des Kniegelenks sehr gut nach. Wie beim natürlichen Knie verlaufen die Bewegungsachsen durch die Gelenksrolle auf der Innenseite des Knies. Damit wird eine gute Stabilität des Knies erreicht bei gleichzeitiger guter Beweglichkeit. Dies im Gegensatz zu manchen andern Knieprothesen, bei denen mit unzureichenden Mechanismen versucht wird, die mit dem Verlust der Kreuzbänder einhergehende Instabilität zu kompensieren.

Wie bereits oben erwähnt, sind die Materialeigenschaften, insbesondere die des Kunststoffs (Polyethylen) auf der unterschenkelseitigen Gelenksfläche über die Jahre stark verbessert worden, sodass selbst bei verhältnismässig jungen und sportlich aktiven Patienten eine Knieprothese eingesetzt werden kann, ohne dass befürchtet werden muss, dass sie zu einem  späteren Zeitpunkt wegen Materialverschleiss ausgewechselt werden muss.

Mit den oben beschriebenen Entwicklungen in der Knieprothetik gelingt es insbesondere bei jungen Patienten mit hohen körperlichen Ansprüchen, deutlich zuverlässiger gute Ergebnisse zu erreichen als mit den konventionellen Methoden der Knieprothetik. Im Idealfall so, dass Patientinnen und Patienten im Alltag nicht mehr an ihr Knie denken.

Neben Dr. Hauswirth gehören Dr. Dr. Renato Kratter und Dr. Jeremia Solenthaler zur Orthopädie Glarnerland. Gemeinsam decken die drei erfahrenen Fachärzte das Fachgebiet der Orthopädischen Chirurgie und Traumatologie ab und behandeln den gesamten Bewegungsapparat. Abklärungen werden meist in der Praxis in Näfels durchgeführt, Operationen im Kantonsspital Glarus.

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