Glarus bereitet sich für die Aufnahme von Flüchtenden aus der Ukraine vor
Dem Kanton Glarus könnten bis zu 300 Flüchtende zugeteilt werden. Der Glarner Regierungsrat passt aufgrund der herausfordernden Situation die Notfallplanung im Asylwesen an.
Dem Kanton Glarus könnten bis zu 300 Flüchtende zugeteilt werden. Der Glarner Regierungsrat passt aufgrund der herausfordernden Situation die Notfallplanung im Asylwesen an.
Seit Kriegsbeginn trafen 18'341 Ukrainer in den Schweizer Bundesasylzentren ein (Stand 29.3.2022). Dem Kanton Glarus wurden bisher 22 aus der Ukraine geflüchtete Personen in Kollektivunterkünfte zugewiesen, wie er in einer Mitteilung schreibt. Dazu kommen 22 privat untergebrachte Personen.
136 Gastfamilien im Kanton Glarus sind für ukrainische Flüchtlinge auf der Datenbank der Schweizerischen Flüchtlingshilfe aufgeführt. Das Staatssekretariat für Migration geht zurzeit davon aus, dass bis Juli 2022 gegen 50'000 Flüchtlinge aus der Ukraine in der Schweiz eintreffen könnten.
Aufgrund der geltenden Zuteilungsquote von 0,6 Prozent würde dies für den Kanton Glarus zusätzliche 300 ukrainische Flüchtlinge bedeuten. Davon sollen die Hälfte – zumindest in einer ersten Phase – privat untergebracht werden. Für die andere Hälfte sollen Kollektivunterkünfte zur Verfügung stehen.
Sonderstab Asyl aktiviert
Das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) hat aufgrund der angespannten Situation den Sonderstab Asyl Glarus aktiviert, heisst es in der Mitteilung der Regierung weiter. Gegenüber dem bestehenden Konzept sind neu auch die Bereiche Volksschule, Hochbau und Kommunikation im Sonderstab vertreten. Das Gremium klärt Fragen zur Unterbringung und Betreuung von Schutzsuchenden, zur Integration und Einschulung, zur gesundheitlichen Versorgung und zur Registrierung.
Zunächst stehen die zwei Themen Betreuung und Unterbringung im Vordergrund. Deshalb werden die Ressourcen der Asylbetreuung erhöht und alle Angebote für die Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine systematisch geprüft. Die anstehenden Fragen werden durch den Sonderstab laufend bearbeitet.
Vorsorgeplanung für Notfälle
Aufgrund der grossen Zahl von Flüchtlingen aus der Ukraine stufe der Regierungsrat die Lage im Asylwesen als «besonders» ein, heisst es. Er beauftrage das DVI mit den notwendigen Vorbereitungsarbeiten zum Bezug der Notunterkünfte. Aufgrund der Zusammensetzung der Flüchtlinge (mehrheitlich Frauen und Kinder) soll der Bezug von unterirdisch angelegten Zivilschutzunterkünften nach Möglichkeit vermieden werden. Stattdessen sollen die bestehenden Asylunterkünfte stärker belegt werden. Ebenfalls werden Flüchtlinge aus der Ukraine privat untergebracht und weitere Liegenschaften gemietet.
Medizinische Versorgung sichergestellt
Angesichts der grossen Zahl an geflüchteten Menschen aus der Ukraine musste die medizinische Versorgung neu organisiert werden. Für die Menschen aus der Ukraine hat der stellvertretende Kantonsarzt einen Untersuchungsraum zur Verfügung gestellt erhalten. Die Erstkontakte zum Glarner Gesundheitssystem finden zunächst zweimal wöchentlich statt und werden vom Team von Sana Kids Glarus durchgeführt. Die beiden Fachfrauen können gerade angesichts der vielen geflüchteten Kinder ihre Kompetenzen ausspielen. Wird bei der Erstbeurteilung ein medizinischer Bedarf festgestellt, werden die Menschen aus der Ukraine an die jeweiligen Hausärztinnen und Hausärzte in der Glarner Wohngemeinde weitervermittelt. (red)
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