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Jonerin plant Grossaktion zum Tag des Lächelns

Jonerin plant Grossaktion zum Tag des Lächelns

Sie zaubert Menschen ein Lachen ins Gesicht – auch hinter den Masken. Sabine Leu-Flury, Intensivpflegefachfrau aus Rapperswil-Jona. Sie braucht dafür Strassenkreide und helfende Hände, wie sie beim «Kafi» erzählt.

Südostschweiz
vor 3 Monaten in
Aus dem Leben
Es darf gemalt werden: Sabine Leu-Flury lädt dazu ein, am Tag des Lachens positive Zeichen zu setzen.

Von Gabi Corvi

Mit geübtem Schwung zaubert Sabine Leu einen bunten Smiley auf ihre Gartenplatte und bringt damit beim Fototermin an diesem kühlen Morgen gute Laune in den Tag. Mehr zu den Smileys erzählt sie der «Linth-Zeitung» in ihrer warmen Stube im Lenggis in Jona.

Sabine Leu, am 2. Mai ist Weltlachtag oder Tag des Lachens. Der Tag soll uns alle positiv stimmen, uns einander auf verschiedene Art und Weise – trotz Pandemie – näher bringen. Sie haben dazu eine Aktion vor. Können Sie uns etwas darüber erzählen?
Sabine Leu-Flury: Die Grundidee ist es, den Menschen Freude zu schenken. Das heisst konkret, dass wir mit unseren Aktionen andere animieren möchten, dies auch zu tun – ganz individuell und situativ. Meine Vision ist, dass eine Welle der Positivität unser Land erfasst. Im Zentrum stehen bei uns die Malaktionen mit Strassenkreide auf dem Areal von Spitälern und Altersheimen. Zudem machen Drogerien mit und geben den Kundinnen und Kunden eine kleine Aufmerksamkeit ab. Toll ist auch, dass der Verband der Schweizer Bäcker und Confiseurinnen ebenfalls mit von der Partie ist. Ziel ist es, dass die Aktionen einfach und kreativ sind. Dann machen nämlich ganz viele mit – auch Private.

Spitäler und Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in der ganzen Schweiz werden Teil der Smiley-Aktion sein. So machen beispielsweise das Spital Linth und das Pflegezentrum Linthgebiet in Uznach mit, die Rosenklinik in Rapperswil-Jona, das Kantonsspital Glarus, aber auch das Berner Inselspital und das Kantonsspital Obwalden. Viele weitere Unternehmen und Organisationen beteiligen sich an der sympathischen Aktion und bringen rund um den 2. Mai herum vielen Menschen ein Lächeln in ihren Alltag (alle Beteiligten sieht man auf der Website www.smiley-aktion.com/wer-macht-mit).

Das Projekt des 2. Mai ist ja nicht die erste Aktion, welche Sie lancieren? Wo und wann sorgten die Smileys bei den Menschen schon für lachende Gesichter hinter den Masken?
Angefangen hat alles im März 2020, als bei uns der Lockdown ausgerufen wurde und die Gärtnereien ihre Blumen wegwerfen mussten. Ich sagte mir: Das darf doch nicht wahr sein! Da muss man etwas dagegen tun! So gelangte ich ans Gartencenter Meier in Rüti. Dort hatte man keine Kapazität, all die Blumen zu verteilen, und so habe ich das angeboten, einfach übernommen (lacht). Und so kam es, dass ich am 17. März mit einem Auto voller Blumen in mein Quartier gefahren bin und von Türe zu Türe die Blumen verschenkt habe. Noch nie im Leben kam mir so eine geballte Ladung Überraschung, Freude und Dankbarkeit entgegen! Im Dezember 2020 sorgten wir dann beim Schulhaus Lenggis in Rapperswil-Jona für viel Freude auf dem Pausenplatz. In einer Nacht- und Nebelaktion hatten wir diesen mit Smileys und Sprüchen bemalt. Im März 2021 waren wir schliesslich bei den Altersheimen Meienberg und Bühl und auf der Gemüsebrücke unterwegs und schafften als «Heinzelmännchen» im Dunkeln wieder einen richtigen Teppich mit Hunderten von Smileys. Die geheimen Aktionen sind auch für uns sehr spannend und bereichernd. Wir haben jeweils ein richtiges Käferfest. Bei der letzten Malaktion hat uns sogar ein SRF-Fernsehteam begleitet, und der Beitrag kam dann in der Gesundheitssendung Puls.

Die Gemüsebrücke in Rapperswil-Jona im Fokus: SRF hat über eine vorherige Smiley-Aktion bereits berichtet. BILD ZVG

Wie sind Sie auf die Idee der Smileys gekommen?
Ich dachte, es muss etwas sein, das jeder kann – das keine Gebrauchsanleitung braucht. Ein Smiley auf den Boden zu zeichnen ist leicht und geht schnell. Zudem ist die Strassenkreide nicht permanent und sie kostet auch nicht viel. Das lachende Gesicht der Smileys ist international. Jede und jeder weiss auf den ersten Blick, was damit gemeint ist, und die Botschaft ist ganz klar und simpel: Ich bekomme ein Lächeln geschenkt und gebe ein Lächeln zurück.

Sabine Leu ist ausgebildete Intensivpflegefachfrau oder korrekt ausgedrückt: diplomierte Expertin für Intensivpflege NDS HF. Sie hat zehn Jahre im Unispital in Zürich auf verschiedenen Intensivstationen gearbeitet. Noch immer arbeitet sie als Ausbildnerin für Cockpit- und Kabinenpersonal im medizinischen Bereich. Da kein Flugwetter ist, setzt sie den Fokus eher auf ihre eigene Notfallschulung (carefull.ch). Sie ist dem Hilferuf der Intensivstationen zu Beginn der Pandemie gefolgt und hat im Frühling 2020 einen Monat lang 100 Prozent im Kantonsspital Glarus gearbeitet. Nun ist sie fest mit einem 50-Prozent-Pensum dort angestellt. Als Wiedereinsteigerin, so meint Sabine Leu, sei der Start – trotz grossem Erfahrungsrucksack – eine Herausforderung gewesen. Doch das Team in Glarus sei ihr immer eine grosse Stütze.

Wie sahen die Reaktionen der Menschen aus, welche die bisherigen Smiley-Kreidezeichnungen gesehen haben?
(Strahlt) Überwältigend! Vor Ort gibt es jeweils ganz viele Rückmeldungen. Eine Frau hat beispielsweise gesagt: «Die Smileys gaben mir so ein gutes Gefühl, dass ich gleich zweimal drüberlaufen musste.» Oder ein junger Typ, der mit dem Velo über die Gemüsebrücke gefahren ist, meinte: «Das ist einfach so geil!» Ich habe immer etwas Kreide mit dabei und male auch mal nachts spontan ein Smiley irgendwo auf den Boden. Die Leute lächeln dann oder bedanken sich für den Aufsteller. Generell hatte ich noch nie so viele Mails, Anrufe oder Reaktionen auf Facebook und Linkedin von teilweise wildfremden Menschen bekommen. Ein Mann aus Schänis ist sogar extra mit seinem E-Bike mit dem Zeitungsartikel zu uns nach Rapperswil-Jona gefahren, um mir zu gratulieren.

Steht hinter der Smiley-Aktion eine Organisation oder ein Team?
(Bescheiden.) Ich bin einfach die Initiantin, aber ganz viele Menschen unterstützen mittlerweile die Idee und sind tatkräftig mit dabei. Auf der Internetplattform smiley-aktion.com kann man auf den Button «ich mache gerne in einem Team mit» drauf drücken und kommt dann auf meine E-Mail-Adresse. Wir können jede helfende Hand brauchen. Eng involviert ist sicher auch meine Familie. Mein Mann und die Kinder helfen im Hintergrund mit, malen aber auch an den Aktionen Smileys. Die Kosten der verschiedenen Aktionen habe ich bis jetzt übernommen. Sponsoren sind aber hochwillkommen (augenzwinkernd)! Man kann Material (Strassenkreide) beisteuern, einen Batzen, sein Netzwerk oder natürlich das eigene Mitmachen. So wird das Ganze ein Gemeinschaftswerk.

Was für Ideen haben Sie für jede und jeden, um am Tag des Lachens positive «Vibes» zu verströmen?
Grundsätzlich: Jeder kann etwas Gutes tun! Man kann beispielsweise seinen Freunden einen motivierenden Spruch schicken. Oder nur schon ein spontanes «Hallo, wie gehts?», ein Telefonanruf, eine liebe Karte zum Tag des Lachens wären auch etwas. Man kann für andere Muffins backen oder auch in seinen sozialen Netzwerken etwas Positives posten. Meine Devise ist: Verändern wir doch den Blickwinkel und stellen das Positive in den Mittelpunkt! Warten wir nicht auf die anderen, tun wir doch etwas selbst – und werden dann überrascht von der Freude, die zurückkommt.

Sind nach dem 2. Mai noch andere Aktionen geplant?
Sicher. Es gibt noch weitere Gelegenheiten. Am 15. Juni ist beispielsweise der Tag der Familie, am Samstag, 24. Juli, der Tag der Freude … Es wäre toll, wenn nach und nach in den Schulen, im öffentlichen Verkehr, in den Gastrobetrieben ähnliche Aktionen stattfinden könnten. Es wäre wie ein Steinchen, das man ins Wasser wirft und das dann immer weitere Kreise zieht. (Grinst.) Als gebürtige Bernerin wäre für mich natürlich alt Bundesrat Dölf Ogi als Botschafter der Smiley-Aktionen ein absoluter Hit!

Sie scheinen ein von Grund auf positiver Mensch zu sein. Wo holen Sie sich die Kraft, um anderen Freude zu schenken?
Ich habe dazu meinen eigenen Begriff kreiert. Er heisst «Dame Fabena». Er setzt sich zusammen aus Dankbarkeit, Medien, beziehungsweise ich kontrolliere, welche Medien ich konsumiere, Familie (Freunde), Bewegung und Natur. Das sind die Dinge, die ich brauche, um körperlich und mental gesund zu bleiben. Gartenarbeit, Musik und genügend Schlaf sind mir auch sehr wichtig. Ich versuche, meinen Fokus auf Positives zu richten und meine Energie – auch für andere – in diese Richtung zu lenken.

Fünf Fragen – fünf Antworten
Lieblingsblume: Eigentlich alle Blumen, aber die Rosen … sind besonders schön.
In der Coronazeit vermisse ich …: Spontanität, Leichtigkeit, Mimik und das Blues’n’Jazz in Rappi.
Spruch zum Thema Lachen: Je öfter, je besser.
Morgenmensch oder Nachteule: Beides! Ich habe von morgens bis abends Energie.
Trinkt den Kaffee … gerne mit einem «Schüpfli» Milch.

Smileys, so weit das Auge reicht: So wird es am 2. Mai vielerorts aussehen. BILD ZVG

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