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Die Kirche beschäftigt sich mit Wasser

Die Kommission für Ökumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit (Oeme) der reformierten Landeskirche Glarus tagte kürzlich. Es ging um die Bedeutung von sauberem Trinkwasser auf der Welt.

Südostschweiz
13.09.19 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Für die einen nah, für die andern fern: Sauberes Trinkwasser ist in weiten Teilen der Welt nicht so selbstverständlich wie in der Schweiz.
Für die einen nah, für die andern fern: Sauberes Trinkwasser ist in weiten Teilen der Welt nicht so selbstverständlich wie in der Schweiz.
PRESSEBILD

Was es bedeutet, einen Schluck sauberes Wasser trinken zu dürfen, demonstrierte die Präsidentin der Oeme-Kommission, Pfarrerin Christina Brüll, bei der Begrüssung im Kirchgemeindehaus in Glarus mit einem Glas Wasser in der Hand. Was für uns selbstverständlich sei, sei für eine Vielzahl der Menschen auf dieser Erde etwas Besonderes.

Als Experten hatte die Landeskirche Karl Heuberger vom Hilfswerk HEKS eingeladen. Er stellte Blue Communities vor, ein Zusammenschluss von Organisationen und Gemeinden, die sich verpflichten, mehr Leitungswasser und weniger Wasser aus herkömmlichen Trinkflaschen zu trinken.

Die Frage, die über all dem stünde, sei, wie wir mit unseren Ressourcen umgingen, so Heuberger. Das Wasservorkommen in der Welt verteile sich im Verhältnis von 3 Prozent Süsswasser zu 97 Prozent Salzwasser, das für die Trinkwasserversorgung ungeeignet sei. Auch wenn in den letzten Jahren viel geschehen sei im Bereich der Entwicklungshilfe haben immer noch rund 2,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser.

Dazu kommt, dass Dürren und Fluten weiter zunehmen, ein Phänomen, dass wir spätestens seit dem heissen Sommer von 2018 auch in der Schweiz beobachten können.

Rosenplantagen mit Gratis-Wasser

Am Beispiel von Brasilien, Honduras und Äthiopien präzisierte Heuberger seine Aussagen. Während beispielsweise Menschen in Äthiopien kilometerweit fahren müssen, um sauberes Wasser zu kaufen, werden ganze Landstriche abgeholzt, um Rosenplantagen anzulegen, deren holländische Besitzer das Wasser umsonst von Staat erhalten. Ähnliches passiert im mittelamerikanischen Honduras, das regelmässig von Hurrikans heimgesucht wird. Hier kämpfen die Menschen um ihr Land gegen italienische Melonenfabrikanten und eine Tourismusindustrie, die nicht fragt, wem das Land gehört, auf der sie bauen will.

In Brasilien sind es Eukalyptusplantagen, denen der Regenwald weichen muss. Eukalyptus braucht wesentlich mehr Wasser als die natürliche Bewaldung. Die Folge ist, dass Flüsse austrocknen und Wasser wieder knapper wird.

Helfen auch im Kleinen

Das HEKS versucht, mit Projekten zu helfen. So wurden in den letzten Jahren viele Wasserstellen gebaut, dazu WC Anlagen mit dem Ziel, dass jede Familie Zugang zu einem sauberen WC hat. «Wenn wir uns für Menschen einsetzen, müssen wir uns immer nach den Rahmenbedingungen erkundigen», so Heuberger. Die Blue Communities sind eine Möglichkeit, auch im Kleinen zu helfen. Es geht darum, die Verfügbarkeit von Wasser nutzbar zu machen, Reservoire und Zisternen sollen gebaut werden. Wasser effizient zu nutzen und gerecht zu verteilen, ist dabei für die Blue Communities ein Menschenrecht.

Ausserdem kann jeder ein Zeichen setzen und statt Flaschenwasser Leitungswasser trinken. Läge die Wasserversorgung in öffentlicher Hand, dann gäbe es kein Profitdenken im Bereich Wasserversorgung. Der Blue Community sind schon einige Städte, Universitäten und Kirchgemeinden in der Schweiz beigetreten. «Die Kirche hat eine Stimme auch heute noch, deswegen muss dieses Potenzial genutzt werden», so Heuberger. (eing)

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