Aus dem Veka wird der Tunnel
In einer Woche wird im bisherigen Veka die Bar «Spuntnik» eröffnet. Der Treffpunkt erhält auch gleich einen neuen Namen.
In einer Woche wird im bisherigen Veka die Bar «Spuntnik» eröffnet. Der Treffpunkt erhält auch gleich einen neuen Namen.
von Delia Landolt
Menschen und Kultur zusammenbringen, neue Bands entdecken, eine Ausgangsalternative bieten – dafür steht der Veka, der Verein zur Erweiterung des kulturellen Angebots, und dieser bekommt gerade einen neuen Anstrich: Pinsel liegen herum, grosse Kisten mit schwarzer Farbe – das DJ- und das Mischpult, die Wände und die Bühne müssen herhalten, denn am 14. September wird der Kulturort mit einem frischen Team neu eröffnet.
Der Teenager tauft sich um
2006 war der Raum in der Unterführung auf dem Holensteinareal eine illegale Garage. Heute ist es ein Konzertlokal, das sich bis Genf in alternativen Musikszenen einen Namen gemacht hat, sodass selten eine Erklärung abgegeben werden muss, wieso eine Band ausgerechnet hier, wo es doch scheinbar nur Berge gibt, auftreten soll. Mit 13 Jahren bekommt der Teenager nun ein neues Vorstandsteam mit acht motivierten Kulturmenschen. Und mit ihnen einen neuen Namen: Tunnel.
Jeden Freitag «Spuntnik»
«Der Name ist anders, doch der Spirit bleibt derselbe», sagt David Ortlieb, der als Programmmacher seit drei Jahren dabei ist und weiterhin sein wird. Ebenso Tomas Baumgartner: «Wir lassen es einfach mal passieren. Wir sind neue Leute, da wird zwangsläufig etwas Neues entstehen.» Wie «Spuntnik», die Tunnel-Bar, die neu jeden Freitag geöffnet sein wird – «ein Ort, an dem alle willkommen sind und sich wohlfühlen sollen», so Ava Oeschger, die den Barbetrieb zusammen mit Sofia Spiller und einer erweiterten Getränkekarte führen wird.
Schnellertollermeier im Bar-Dschungel
«Ideal wäre es, Leute von 18 bis 80 hier zu haben», meint Tomas Baumgartner, das Programm solle musikstilmässig abwechslungsreich und experimentell sein und viel Unerwartetes beinhalten. Baumgartners Highlight soweit: Schnellertollermeier am 23. November – drei Schweizer Musiker, die mit ihrem minimalistischen Gitarrensound und dem dritten Album Bühnen in ganz Europa bespielen. Lokales fördern und Neues nach Glarus bringen – so die Idee des Tunnels. Der Raum soll auch dazu dienen, verrückte neue Ideen umzusetzen, wie der Mikro-Bar-Abend: ein Dschungel aus acht bis zehn verschiedenen Beizen, keine grösser als zwei Quadratmeter.
Ein Anruf genügt
Was künftig auf dem Programm steht, erfährt man von einem Anrufbeantworter unter 079 425 76 52 oder auf der neuen Website, die in einigen Wochen folgen soll. Der Tunnel ist weiterhin als Verein organisiert mit momentan 300 bis 400 Mitgliedern, welche die Programmübersicht in irgendeiner Form physisch in den Briefkasten geliefert bekommen.
Was dabei nicht erwähnt wird: Künftig wird – ausser bei sehr hohem Andrang – Bier und Schnaps aus Gläsern getrunken, denn nebst dem vielen Abfallentsorgen, «macht es auch einfach keinen Spass, einen Gin Tonic aus einem Plastikbecher zu trinken», so David Ortlieb.
Neustart mit Bekanntem
Doch bis am 14. September der Veka in neuem Tunnel-Kleid starten kann, muss noch viel gemalt, geputzt und grafisch gestaltet werden – dann wird mit Apéro gefeiert, begleitet von einem Akustik-Set der Coconut Kings draussen in der Unterführung, später ein Konzert von den lokalen Dub-Spezialisten Hazer Baba und einem Vinyl-Set von DJ Susie Star.
«Wir haben alle Freude an Musik und daran, diese zu teilen», so die Motivation von Tomas Baumgartner, der wohl gleich für das ganze Team spricht. Und David Ortlieb fügt an: «Es soll ein neutraler Raum sein, aus dem sich niemand ausgeschlossen fühlt.»
Samstag, 14. September, ab 19 Uhr, Tunnel, Parterre Holenstein-Areal, Glarus.
Neues Team, selber Spirit
Der Kulturort und Verein wird unter dem Namen von zwei bisherigen und sechs Neuen weitergeführt. Während David Ortlieb und Tomas Baumgartner weiterhin das Programm gestalten, werden Ava Oeschger und Sofia Spiller neu den Barbetrieb führen. Sämi Ortlieb ist für Promotion und Gestaltung zuständig, Florian Straub macht die Abwartsarbeiten, Samuel und Thomas Schranz sind für die Technik verantwortlich. Micha Rüegg ist Vorstandsbeisitzer. (del)
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