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Aus Festival-Romanze wird E-Mail-Freundschaft

Zwei Verrückte, und trotzdem hat es nicht gefunkt: Der Berner, der via Facebook seine Traumfrau aus Jona suchte, hat sie gefunden – die «echte» Unbekannte. Sein Herz gehört nun aber einer anderen.

Ramona
Nock
Mittwoch, 31. Juli 2019, 17:58 Uhr Ein Sommermärchen, Teil drei

Es ist ein Sommermärchen mit Irrungen und Wirrungen. Und eines, das alle Zutaten für einen kitschigen Liebesroman hätte: Grosse Gefühle, Sehnsucht, ein verzweifelter Mann, eine schöne Unbekannte. Nun geht das vermeintliche Märchen um den Berner Festivalromantiker und seine Traumfrau aus Jona («Linth-Zeitung» vom 20. Juni und 4. Juli) in eine dritte und letzte Runde. Doch von vorn.

Im Juni suchte der 44-jährige Adrian Bigler via Facebook nach seiner Traumfrau aus Jona. Er hatte sie am Festival «Stars of Sounds» in Aarberg BE kennengelernt und in der Menschenmenge aus den Augen verloren. Händeringend bat er die Rapperswil-Joner um Hilfe. Lediglich, dass sie aus Jona komme, wusste er. Und dass die Frau «einfach Weltklasse» sei.

Die falsche Unbekannte

Auf seinen Aufruf hin bekam der Romantiker mit Spitznamen «Tschigi» nicht nur Unterstützung. Eine Frau gab sich als Kollegin der vermeintlichen Traumfrau aus. Die Unbekannte sei in festen Händen und «so gut wie verlobt», behauptete sie. Inzwischen ist klar: Jene Meldung war ein Fake. Die «echte Traumfrau» meldete sich nämlich kurz darauf per Mail bei der «Linth-Zeitung». «Tschigi suchte mich», schrieb sie. Und so, wie sie die Begegnung am Konzert von Parov Stelar schilderte, wusste der Liebestrunkene sofort: «Das ist sie, genau so war es!»

 

«Er hat eine Antwort verdient nach seiner grossen Suchaktion. Wäre ich single, hätte ich ihn überrascht.»

Schöne Unbekannte aus Jona

 

Ein Happy-End gibt es leider trotzdem nicht. Auch wenn die schöne Unbekannte, die lieber anonym bleiben will, ähnlich spontan ist wie Adrian Bigler: Wäre sie nicht schon vergeben, hätte sie den Festivalromantiker gern mit einer lustigen Aktion überrascht, schreibt sie – am liebsten zusammen mit der «Linth-Zeitung». Und sie wolle sich nun bei ihm melden. «Nach seiner grossen Suchaktion hat er eine Antwort verdient», findet sie.

E-Mails, jeden Tag

Eine solche Überraschung hätte auch «Tschigi» gern erlebt. «Wäre sie plötzlich bei mir auf der Baustelle aufgetaucht, hätte ich nicht schlecht gestaunt», sagt der Monteur schmunzelnd.

Seit die Unbekannte sich zu erkennen gegeben hat, haben die beiden sich regelmässig Mails geschrieben. Ihren Namen will die geheimnisvolle Jonerin aber auch ihrem Verehrer nicht verraten. «Sie ist ja ohnehin vergeben», sagt Bigler. Darum bohre er nicht nach.

 

Ich bin eben ein wenig crazy. Einen solchen Aufruf würde ich jederzeit wieder machen.

Adrian "Tschigi" Bigler, Romantiker

 

Etwas vereinbart haben die beiden trotzdem: Sollte einer von ihnen je wieder ein Konzert von Parov Stelar besuchen, gelte der Treffpunkt rechts vor der Bühne. «Vielleicht ist ja der andere zufällig auch dort, und die Umstände sind anders?», scherzt Bigler.

«Ein wenig durchgeknallt»

Glück hat der Romantiker trotzdem: Seit Kurzem gehört sein Herz einer neuen Traumfrau. Um sie zu sehen, sei er sogar einmal mitten in der Nacht drei Stunden durch den Regen geradelt. ««That’s me», sagt er lachend. Er sei eben etwas durchgeknallt. Seine spontane Suchaktion würde er darum jederzeit wiederholen.«Ich bin eben ein wenig ‘crazy’. Einen solchen Aufruf würde ich jederzeit wieder machen.»

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