Hofstetters Lichtshow stiehlt dem Mond die Show
Lichtkünstler Gerry Hofstetter hat am Freitagabend das Naturfreundehaus und den Fronalpstock ob Mollis beleuchtet. Der selber spektakuläre verfinsterte Mond blieb diesem Spektakel fern.
Lichtkünstler Gerry Hofstetter hat am Freitagabend das Naturfreundehaus und den Fronalpstock ob Mollis beleuchtet. Der selber spektakuläre verfinsterte Mond blieb diesem Spektakel fern.
Erst ein Bilderbuchsonnenuntergang. Dann die blaue Stunde. Am Freitagabend hat sie der international aktive Lichtkünstler Gerry Hofstetter genutzt, um vor tiefblauem Himmel das Naturfreundehaus Fronalp in sein bestes Licht zu rücken. «Naturfreunde des Lichts» nennt er die Lichtshow. Verschiedene Motive projizierte er mit lichtgewaltigen Projektoren auf das Haus. Später macht sie ein tiefschwarzer Himmel nur noch intensiver, dazu leuchten fern die Lichter der Siedlung in der Linthebene unten.
Vor dem Eindunkeln schleppt man Projektoren und Kabel. «Ich brauche das längere Objektiv», sagt Gerry Hofstetter noch. Frau und Tochter richten mit ein, schleppen Kisten mit Glas-Diapositiven. Fotografen postieren ihre Kameras. Irgendwo brummt ein Baustellen-Stromaggregat. Auf der Hauswand erscheinen Linien und Zahlen. Es werden Schrauben gedreht und es wird fokussiert. Die Show kann beginnen.
Der Himmel leuchtet mit
Am Freitagabend vor dem Nationalfeiertag darf das Schweizerkreuz nicht fehlen – und es kommt gleich zum Anfang vielfach auf rotem Haus vor gelb-orange-blauem Himmel. Es erscheinen die goldenen Sterne aus dem Kinderbilderbuch – tiefblau ist nun auch das Haus –, es erscheinen Tannenzweige und Spinnennetze.
Hofstetter ist schon oft von Zumikon auf die Molliser Fronalp gekommen, um auszuspannen, wie es im Flyer heisst: «Schilt und Fronalpstock sind seine Hausberge.» Nun steht er konzentriert am Projektor, wechselt Glasplatten und geniesst den Abend.
Der Fridolin wandert mit Heiligenschein, die Sonnenbrille-Edelweiss-Werbekuh des Hauses schleckt sich vervielfacht die Nase, der Bergwanderer vergangener Zeiten erleuchtet mit der Laterne seinen Weg. Gemsen dürfen nicht fehlen, dann erscheint an der Wand ein ganzes Steinbockrudel – und auch die Tschingelhörner-Silhouette, dank Unesco-Welterbe weit bekannt.
Es folgen Scherenschnitte mit Herzen und Kühen, dann Flammen, Pflanzen, Uhrwerke und -zeiger. Gemälde machen das Naturfreundehaus für fast kitschig schöne Momente selber zum Gemälde, bevor Hofstetter den Projektor umdreht und auch noch den Fronalpstock beleuchtet.
Wer sich lange nicht zeigt, ist der Mond. Zuschauer, welche die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts nicht verpassen wollten, mussten sich dafür einen geeigneteren Platz suchen, etwa auf dem Fronalpstock oder auf dem Schilt.
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