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Braunwald ohne Barrieren: Behinderte warten länger

Der Zugang zur Braunwaldbahn und damit nach Braunwald ist nicht barrierefrei. Doch der Regierungsrat vertröstet die Betroffenen. Was es für die Verbesserung braucht, und warum es länger dauert als erlaubt.

Fridolin
Rast
06.02.18 - 18:59 Uhr
Leben & Freizeit
Für Behinderte ist der Zugang zur Braunwaldbahn umständlich.
Für Behinderte ist der Zugang zur Braunwaldbahn umständlich.
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Ohne Hilfe durch Bahnangestellte kommen Behinderte nicht auf die Braunwaldbahn. Und nicht von der Bahn weg ins Dorf hoch über dem Alltag. Das ist dem Regierungsrat bewusst, wie er im neusten Bulletin schreibt. «Aktuell besteht kein autonomer barrierefreier Zugang zur Braunwald-Standseilbahn», antwortet er auf eine Interpellation im Landrat. Die Beförderung von gehbehinderten Personen sei während der ganzen Betriebszeit mit Hilfe möglich, doch müssten sich diese für Reisen in den Randzeiten voranmelden.

Zuständig ist die Braunwaldbahn

Der Kanton ist Alleineigentümer der Braunwald-Standseilbahn AG, und von dieser verlangt das Gesetz den autonomen Zugang im öffentlichen Verkehr bis Ende 2023. Der Verwaltungsrat müsse die Vorgabe berücksichtigen, wenn er die Erneuerung der Standseilbahn projektiert. Und den autonomen Zugang koordinieren mit den SBB, welche die Talstation anpassen müssen.

Doch mindestens bei der Standseilbahn werden die Behinderten länger warten müssen, als das Gesetz vorsieht. Denn der barrierefreie Zugang soll erst kommen, wenn die Bahn erneuert wird. Dies werde aber erst nach Ende 2023 und damit nach Ende der gesetzlichen Frist der Fall sein, erklärt der Regierungsrat. Früher für einen autonomen Zugang zur Braunwaldbahn zu sorgen, sei nicht verhältnismässig, da die Bahn sowieso erneuert werde. Bis dahin erlaube auch das Behindertengleichstellungsgesetz die Ausnahme, dass das Personal Hilfestellung bietet.

Dem Interpellanten Fridolin Luchsinger, BDP-Landrat und Gemeinderat in Glarus Süd, ist auch ein Anliegen, dass die Gemeinde beim Thema Dorferschliessung einbezogen werde. «Der Regierungsrat erachtet es als sehr wichtig, dass sich die Standortgemeinde Glarus Süd zum Thema Dorferschliessung äussert», heisst es im Bulletin weiter: «Entsprechende Festlegungen haben einen wesentlichen Einfluss auf das Erneuerungsprojekt.» Dabei geht es zuallererst um die Frage, ob die Bergstation am alten Ort bleibt oder in den Hüttenberg verlegt wird.

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