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Schnee rutscht wegen Föhn und Auto wegen Schnee

Der Föhn von gestern führt zu Wärme und einigen Schneerutschen, aber nicht zu grösseren Schäden. Rutschig ist es allerdings geblieben.

Fridolin
Rast
12.12.17 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Rutschpartie: In Schwanden verliert eine Fahrerin im Schnee die Kontrolle über ihr Auto.
Rutschpartie: In Schwanden verliert eine Fahrerin im Schnee die Kontrolle über ihr Auto.
KANTONSPOLIZEI GLARUS

Gestern Mittag ist in Schwanden ein Gemeindearbeiter mit einem Kommunalfahrzeug verunfallt. Trotz auf dem Polizeibild sichtbarer Schneeketten ist der 61-Jährige auf der Matt über den Strassenrand hinausgeraten, wie die Kantonspolizei mitteilt. Worauf das Fahrzeug kippte und seitlich liegend in der Böschung zum Stillstand kam.

Schon am Sonntag kurz nach 18 Uhr hat eine 22-jährige Frau auf der Pulverturmstrasse einen Selbstunfall erlitten. Sie ist talwärts gefahren und hat auf der schneebedeckten Strasse die Kontrolle über ihr Auto verloren, wie die Kapo schreibt. Dieses geriet ins Rutschen und prallte in die Leitplanke. Auto und Strasseneinrichtung wurden beschädigt, verletzt wurde niemand.

Temporäre Sperrung im Klöntal

Sechs Stunden lang war gestern die Seestrecke der Klöntalerstrasse gesperrt. In der Zeit sind einige Rutsche abgegangen, wie Jürg Walcher, Leiter Naturgefahren, auf Anfrage bestätigte. Laut Ifkis-Warnsystem begann die Sperrung um 9 Uhr morgens. Grund: prognostizierte Erwärmung und Lawinengefahr. Tatsächlich stieg die Temperatur durch den Föhn im Schwändeli im Klöntal kurz vor 15 Uhr auf 9,7 Grad an, wie die Wetterdaten der Glarnersach zeigen. Die Sperrung wurde auf 15 Uhr wieder aufgehoben.

Böen bis 140 Stundenkilometer

Während die Böen im Klöntal ein Maximum von rund 50 Stundenkilometern erreichten, sind im Glarner Hinterland viel höhere Werte gemessen worden. Im Tierfehd sorgte der Föhn über Mittag für über 12 Grad, nachdem er die Temperatur am Morgen nach vier Uhr innert nur gerade einer Stunde von 0,9 auf über 10 Grad hatte hinaufschnellen lassen.

Von den höher gelegenen Schneemess-Stationen wurden laut Walcher Böen von 130 bis 140 Stundenkilometer gemessen. In Elm begann der Föhn schon um Mitternacht, die Temperatur pendelte gestern zwischen etwa sieben und neun Grad. Die Böen erreichten bei der Messstation Elm 70 Stundenkilometer, ebenso in Filzbach.

Trotz der auch als recht stürmisch wahrgenommen Föhnwinde gab es bei der Kantonspolizei keine Meldungen über Bäume oder Schneerutsche auf den Strassen, wie Mediensprecher Kurt Baumgartner auf Anfrage sagte – «erstaunlicherweise».

Hohe Lawinengefahr am Samstag

Die Lawinengefahr war am Sonntag und gestern auf Stufe 3 und damit erheblich. Dramatischer sah es am Samstag aus: Im Lawinenbulletin von 8 Uhr stufte die Forschungsanstalt SLF in Davos sie vom Muotatal und Glarnerland über das St. Galler Oberland und die Churfirsten bis ins Appenzellerland mit Stufe 4 als gross ein. Die kantonale Lawinenkommission habe die Gefahren für die Kantonsstrassen tiefer eingeschätzt, sagt Walcher.

Kein Bahnbetrieb – noch nicht

Die Sportbahnen in Elm und in Braunwald ruhten gestern, auch wenn Schneehöhen von 50 bis 130 Zentimetern angegeben wurden. Denn beide Glarner Wintersportorte starten den durchgehenden Betrieb erst am nächsten Samstag.

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