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Die Sooler wehren sich für ihre Buslinie nach Schwanden

Das Dorf Sool wehrt sich gegen die Pläne des Regierungsrats, die Buslinie Schwanden–Sool stillzulegen. Die Sooler finden das «diskriminierend und unsolidarisch» und zählen auf die Hilfe des Gemeinderates Glarus Süd.

Fridolin
Rast
09.11.17 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Sool wehrt sich gegen die Pläne des Regierungsrats, die Buslinie Schwanden–Sool stillzulegen.
Sool wehrt sich gegen die Pläne des Regierungsrats, die Buslinie Schwanden–Sool stillzulegen.

Der Regierungsrat hat entschieden, den Bus von Schwanden nach Sool 2019 einzustellen. Doch die Sooler wollen sich nicht bieten lassen, dass sie vom öffentlichen Verkehr abgehängt werden sollen. Der Dorfverein hat eine Petition lanciert und sagt es unmissverständlich: «Wir finden dies völlig daneben.»

Der Beschluss des Regierungsrats sei «unverständlich, diskriminierend und unsolidarisch», schreibt der Dorfverein. Und ersucht deshalb den Regierungsrat, seinen Entscheid rückgängig zu machen. Mit möglichst vielen Unterschriften wollen die Sooler ihre Eingabe bekräftigen.

«Selbstverständlich für jedes Dorf»

Dabei können sie auch auf die Unterstützung durch den Gemeinderat Glarus Süd zählen, der sich für das Anliegen ebenfalls einsetzt. Gemeindepräsident Mathias Vögeli sagte bereits gegenüber der «Südostschweiz», dass der Gemeinderat von den Plänen überrascht worden sei. Warum die Streichung inakzeptabel sei, begründet die Petition so:

● der Bus sei für etliche Sooler Einwohnerinnen und Einwohner, etwa ältere Leute, Schüler, Lehrlinge und Berufstätige, unentbehrlich;

● der Anschluss an den ÖV sei für jedes Dorf eine Selbstverständlichkeit;

● ohne diese Anbindung verliere ein Dorf stark an Attraktivität und seine Weiterentwicklung sei gefährdet;

● die eingesparten Kosten spielten für den Kanton Glarus keine Rolle.

Der Regierungsrat wird darüber hinaus aufgefordert, Massnahmen zu prüfen, mit denen der ÖV mit Sool verbessert werden könnte.

Für Sool wäre es «ein klarer Rückschritt in der Entwicklung», wenn die seit 42 Jahren bestehende Verbindung mit Schwanden eingestellt würde, heisst es weiter.

Der Regierungsrat stützt seine Pläne auf eine Wirkungsanalyse für den ÖV, die er im Auftrag des Landrats erstellte. Er will auch die Busverbindungen vom Bahnhof Glarus zu den drei Altersheimen in Glarus und Ennenda kappen. Begründung: Alle diese Buslinien seien zu schwach ausgelastet.

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