Das alles braucht es auf der Pirsch
Die Jagdausrüstung besteht aus wesentlich mehr als dem Gewehr. Die Waidfrauen und Waidmänner müssen an viele Utensilien denken, die sie in den Rucksack packen müssen. Und auch für die Hochjagd gilt: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.
Die Jagdausrüstung besteht aus wesentlich mehr als dem Gewehr. Die Waidfrauen und Waidmänner müssen an viele Utensilien denken, die sie in den Rucksack packen müssen. Und auch für die Hochjagd gilt: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.
Nur mit Stutzer und Feldstecher ausgerüstet bricht kein Waidmann an der Bündner Hochjagd zur Pirsch auf. Welche Gegenstände führt ein Jäger überhaupt mit sich? Marc Hosig präsentiert der «Südostschweiz» seine Jagdutensilien. Der 38-Jährige ist Redaktionsleiter bei TV Südostschweiz und geht seit vier Jahren stets in der Region von Nufenen in einer Gruppe auf die Jagd.
Nebst Gewehr, Munition und Feldstecher, Spiegel genannt, sei sehr gutes Schuhwerk das wichtigste, erklärt Hosig. Seine bereits gut eingelaufenen Hochgebirgsschuhe liess er für die bevorstehende Pirsch nach drei Jahren wieder neu besohlen. Was jedem Waidmann bei der Betrachtung des Bildes der Ausrüstung sofort ins Auge sticht, ist, dass darauf ein sehr wichtiger Gegenstand fehlt; der auch als Jagdschiessstock bezeichnete Pirschstock. Diesen hatte Hosig anlässlich des Termins mit dem Fotografen zu Hause vergessen.
Von Funktionsunterwäsche …
Hosigs Kleidung besteht aus Gamaschen, einer extra wetterbeständigen Hose und Jacke, damit sich auch Schnee und Regen ertragen lassen.
Ein Hut fehlt ebenfalls nicht. Hinzu kommt Funktionsunterwäsche, die Feuchtigkeit, sprich Schweiss, rasch vom Körper ableitet. Die orange Weste wird während einer Treibjagd angezogen. Sie erfüllt noch einen anderen Zweck. Die Weste kann auf die andere, in grünem Stoff gehaltene Seite gedreht werden und besitzt an der Rückseite eine sogenannte Hasentasche. Hosig erklärt: «In dieser kann man Jagdbeute verstauen, man bringt darin sogar einen Rehbock unter.»
… über Kabelbinder
Zu Hosigs weiterer Ausrüstung zählen zwei Messer. Eines dient zum Aufbrechen erlegter Wildtiere, das andere der Zubereitung seiner Zwischenverpflegung. Im Rucksack führt er auch seinen Zvieri und einen Wasservorrat mit. Hinzu kommen Latexhandschuhe, um die Jagdbeute auszunehmen, und Kabelbinder. Dazu Hosig: «Mit ihnen verschliesse ich die Bauchhöhle eines Tieres, nachdem ich es ausgenommen habe. So gelangt bei der Bergung kein Dreck hinein.»
Des Weiteren finden sich im Rucksack auch Plastikbeutel, um Innereien der Jagdbeute, etwa eine Rehleber aufzubewahren, die als Delikatesse gilt. Damit in schwierigem, steilem Gelände erlegte Tiere geborgen werden können, schleppt Hosig auch einige Seile im Rucksack mit.
… bis hin zu Amtspapieren
Was Hosig natürlich auf keinen Fall vergessen darf einzupacken, sind das Jagdpatent und die Abschussliste. «Sehr wichtig ist zudem auch Ersatzwäsche», erklärt der Jäger, der auf der Pirsch auch sein Smartphone mit dabei hat.
Alles in allem wiege der vollgepackte Rucksack um die fünf Kilogramm, der Stutzer mit Zielfernrohr viereinhalb Kilogramm. Zu seiner persönlichen Ausrüstung gehört zudem ein mit Iva-Schnaps gefüllter Flachmann: «Macht man Beute, gibt es einen Schluck aus dem Flachmann. Das gehört zur Tradition.» Und wer wäscht am Schluss die ganze dreckige und verschwitzte Wäsche? «Ich selber», sagt Hosig.
Die Ausrüstung auf einen Blick:
Béla Zier ist Redaktor der gemeinsamen Redaktion Online/Zeitung «Südostschweiz» und «suedostschweiz.ch» und berichtet über die Region Davos und das Prättigau. Er ist seit 1993 für die Medienfamilie Südostschweiz tätig und arbeitet dort, wo er auch wohnt. In Davos.
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