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CS kürzt Ex-Chef Thiam nach Beschattungsaffäre Lohn

Der frühere Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, hat in seinem letzten Jahr bei der Grossbank 10,7 Millionen Franken erhalten. Das waren allerdings weniger als im Vorjahr, was auch mit der Beschattungsaffäre zusammenhängt, die am Schluss zu seinem Abgang führte.

Agentur
sda
Mittwoch, 25. März 2020, 07:28 Uhr Zürich
Der frühere Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, hat 2019 weniger verdient. (Archiv)
Der frühere Chef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, hat 2019 weniger verdient. (Archiv)
KEYSTONE/ENNIO LEANZA

2018 war Thiam noch auf eine Gesamtentschädigung von 12,7 Millionen Franken gekommen. In diesem Jahr seien es damit 15 Prozent weniger, schrieb die Grossbank im am Mittwoch veröffentlichten Vergütungsbericht. Von den 10,7 Millionen macht die fixe Vergütung 3,5 Millionen aus, 7,2 Millionen sind variable Bestandteilte.

Der Rückgang sei unter anderem auf eine tiefere «nicht-finanzielle» Bewertung - wie die Grossbank es nennt - zurückzuführen, hiess es. Diese sei wegen der «Observierungsereignisse» auf 50 Prozent reduziert worden im Vergleich zu 2018. Nichtsdestotrotz: Thiam sei für die Lohnberechnung als ein «guter Abgänger» (good leaver) behandelt worden, nachdem er die Gruppe erfolgreich restrukturiert und es keinen Beweis gegeben habe, dass er an der Beschattung direkt beteiligt war.

Rohner mit gleich viel Lohn

Mit seinem Lohn liegt Thiam hinter seinem Konkurrenten bei der UBS zurück: Sergio Ermotti als CEO der grössten Schweizer Bank erhielt für das vergangene Jahr 12,5 Millionen Franken, wie bereits seit etwa einem Monat bekannt ist.

Die Gesamtentschädigung der CS-Geschäftsleitung, zu der Ende Jahr zwölf Mitglieder gehörten, belief sich auf 77,4 Millionen nach 93,5 Millionen im Vorjahr. Bei der UBS verdiente das Top-Management 2019 insgesamt 102,1 Millionen.

Seit Mitte Februar ist der frühere Schweiz-Chef Thomas Gottstein Gruppenchef der CS.

Verwaltungsratspräsident Urs Rohner erhält für die Zeit von der GV 2019 bis zur GV 2020 eine Totalkompensation von 4,7 Millionen Franken und damit gleich viel wie im Vorjahr. Der gesamte VR erhielt 11,3 Millionen nach 11,7 Millionen im Vorjahr.

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LOHN KÜRZUNG VON HERR THIAM! Wann hört das mit diesen Gewalts Löhnen endlich auf? So viel kann kein Mensch verdienen, das bekommt er einfach. Ich will da Herrn Thiam nicht Persönlich angehen, aber ich sage einfach, jeder Mensch, der soviel Geld annimmt hat KEIN Karakter! Und die, welche das erlauben, machen es auch nur damit sie selber auch NOCH mehr erhalten. Das ist eine Schande!!!!! Wir als Büözer bekommen für unser wenig Ersparten Geld ,welches wir zusammen kratzen keinen Franken Zins und diese ABZOKER schämen sich nicht einmal. Mit diesem Schreiben, hoffe ich, dass ich doch einige Leute etwas aufrütteln kann., welche besser Schreiben können als ich. Ich bin Gespannt und hoffe auf Antworten. Oder habt Ihr Angst um sich mit Namen in der öffentlichkeit zu äussern? Ich bin Gespannt! H.P.Lingenhag Chur

Solche Auswüchse gehörten generell in der Wirtschaft, Banken, Sport, Politik, Krankenkassen und Medien schleunigst unterbunden. Irgendjemand muss es Zahlen und wenn es in Form von anderen Verlusten ausgewiesen wird. Aktien, - Zinsen, Bankgebühren und Abschreibungen. Wieviel braucht der Mensch zum Leben? Mitnehmen können alle nichts.
Wo bleibt hier die Solidarität???
hak