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Russische Rakete bringt Icarus-Computer zur Tierbeobachtung ins All

Das deutsch-russische Projekt Icarus zur Tierbeobachtung aus dem All nimmt einen zweiten Anlauf. Am Freitagvormittag startete eine russische Trägerrakete mit einem für das Icarus-System notwendigen Computer an Bord vom Weltraumbahnhof Baikonur Richtung ISS.

Agentur
sda
Freitag, 06. Dezember 2019, 11:37 Uhr Baikonur
Amsel mit einem Transmitter auf dem Rücken, dessen Signale vom All aus vom Icarus-System aufgefangen werden sollen. Der dazu benötigte Computer ist per Trägerrakete seit Freitag Vormittag unterwegs zur ISS, wo er am Montag ankommen soll. (zVg)
Amsel mit einem Transmitter auf dem Rücken, dessen Signale vom All aus vom Icarus-System aufgefangen werden sollen. Der dazu benötigte Computer ist per Trägerrakete seit Freitag Vormittag unterwegs zur ISS, wo er am Montag ankommen soll. (zVg)
Bild Icarus

An Bord der unbemannten Raumfähre Progress sind zweieinhalb Tonnen Fracht. Neben der Icarus-Technik sind Kraftstoff, Sauerstoff und technisches Material sowie Weihnachtspakete und Nahrung für die Crew an Bord. Auch ein neues Laufband für die Jogging-Maschine ist Teil der Fracht, damit sich die Raumfahrer fit halten können.

Der Start der Mission mit einer Sojus-Trägerrakete vom russischen Kosmodrom in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Kasachstan wurde live von der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos im Internet übertragen. Die Rakete soll am Montag (9. Dezember) an der Internationalen Raumstation ankommen.

Eigentlich hätte der Computer auf der ISS in rund 400 Kilometern über der Erde schon im Juli funktionieren sollen. Wegen Problemen mit einem Kondensator musste der Computer allerdings wieder auf die Erde zurück. Das Bauteil wurde ausgewechselt.

Billiger als per Handy

Mit Icarus (International Cooperation for Animal Research Using Space) wollen Wissenschaftler mehr über das Leben verschiedener Tierarten herausfinden. Die Forscher rüsten dafür etwa Vögel mit Mini-Sendern aus, die ihre Messdaten - zum Lebensumfeld und zur Gesundheit - an eine Antenne auf der ISS schicken.

Nach Darstellung des Forschers Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz ist das deutlich ergiebiger und billiger, als die Tiere wie bisher zum Beispiel mit Mobilfunkgeräten und SIM-Karten auszustatten.

Russische Forscher hatten beim Unternehmen SpaceTech aus Immenstaad am Bodensee die letzten Vorbereitungen getroffen. Die Firma ist an Icarus beteiligt und hat unter anderem die Antenne für das Projekt entwickelt und gebaut.

An Icarus (sind unter anderem Roskosmos und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt. Nach Abschluss einer Testphase soll das System voraussichtlich im kommenden Jahr den Wissenschaftlern voll zur Verfügung stehen.

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