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2018 wurde in Graubünden weniger gebaut

Während im Jahr 2017 noch ein Rekordumsatz gemessen werden konnte, sehen die Zahlen im Jahr 2018 weniger rosig aus. Die Bautätigkeit ging in Graubünden um rund sieben Prozent zurück.

Südostschweiz
Freitag, 01. März 2019, 09:32 Uhr Aktuelle Zahlen und Statistiken
Der Neubau «Steinbock» beim Bahnhof Chur ist eine der aktuell grössten Baustellen im Kanton.
YANIK BÜRKLI

Gemessen am Rekordumsatz des Vorjahres ging die Bautätigkeit im letzten Jahr um 7,1 Prozent zurück, wie der Graubündnerischer Baumeisterverband mitteilt. Der Rückgang betrifft insbesondere den Wohnungsbau und übrigen Hochbau. 

Im Tiefbau ist der insgesamt marginale Rückgang vor allem den Witterungseinflüssen geschuldet. Konnte im Vorjahr bis vor Weihnachten praktisch ungehindert produziert werden, so war 2018 der Wintereinbruch deutlich spürbarer.

Im Hinblick auf den Start in das angebrochene Jahr stimmen die Arbeitsvorräte positiv. Sie erreichen vor allem im Wohnungsbau und Tiefbau vergleichsweise hohe Werte, wie es weiter heisst. Andererseits deutet das rückläufige Volumen bei der Bauzeitversicherung darauf hin, dass im Hochbau die Dynamik schwinde.

Beschäftigte

GRAUBÜNDNERISCHER BAUMEISTERVERBAND

Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe nahm per 30. Juni 2018 um 47 Personen (-0,9 Prozent) ab. Sie ist insbesondere bei den Kurzaufenthaltern und den übrigen Ausländern begründet. Per Ende Juni 2018 arbeiteten insgesamt 5041 Personen, davon 1744 Schweizer (+4,6 Prozent), 1012 Kurzaufenthalter (-2,3 Prozent) und 2285 übrige Ausländer (-4,2 Prozent) im Kanton Graubünden. Der Rückgang bei den Beschäftigten wird in der Tendenz durch die geringeren Umsätze plausibilisiert, auch wenn die Stichtage-Erhebung der Beschäftigten nicht direkt mit der Jahreserhebung der Umsätze vergleichbar ist.

Auftragseingang

Im letzten Jahr verzeichneten die Auftragseingänge aufgrund der hohen Nachfrage im Tiefbau einen Höchstwert von 1091,4 Millionen Franken in der achtjährigen Vergleichsperiode. Dies manifestiert die hohe Investitionstätigkeit von Bund, Kanton, Gemeinden und Rhätischer Bahn in den Unterhalt und den Ausbau der öffentlichen Infrastrukturen und deren Bedeutung für die Bündner Bauwirtschaft. Im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau gingen die Auftragseingänge zurück. Im Wohnungsbau weist dies laut Mitteilung wohl darauf hin, dass die Dynamik der letzten Jahre aufgrund zunehmender Leerwohnungen etwas eingebremst wird. Da das Grossprojekt der Justizvollzugsanstalt in Cazis im Jahr 2017 in die Sparte übriger Hochbau gehörte, ist deren Rückgang keine Überraschung.

Bauvolumen / Umsätze

GRAUBÜNDNERISCHER BAUMEISTERVERBAND

Das Bauvolumen belief sich auf 1000,7 Millionen Franken. Es lag damit um -7,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Abnahme ist primär im Wohnungsbau zu verzeichnen, wo gegenüber dem Vorjahr -17,9 Prozent weniger verbaut wurden. Im übrigen Hochbau hielt sich der Rückgang mit -1,8 Prozent in Grenzen, und im Tiefbau dürfte der Rückgang um -2,6 Prozent den gegenüber dem Vorjahresquartal unterschiedlichen Witterungseinflüssen im vierten Quartal 2018 geschuldet sein. Dennoch wurde die Grenze von einer Milliarde Franken zum dritten Mal übertroffen nach 2011 und 2017.

Arbeitsvorrat

Aus den gestiegenen Auftragseingängen und dem rückläufigen Bauvolumen resultieren konsequenterweise hohe Arbeitsvorräte per 31. Dezember 2018. Namentlich im Tiefbau fanden die im vierten Quartal nicht mehr ausgeführten Aufträge ihren Niederschlag in den Arbeitsvorräten.

Bauzeitversicherungen

Auf der Basis der erteilten Baubewilligungen betrug das für 2018 zugesicherte bauzeitversicherte Volumen 1334 Millionen Franken. Der Vergleich mit dem Vorjahreswert von 1‘693 Millionen Franken zeigt eine Abnahme um -21,2 Prozent. Der markante Rückgang dürfe durchaus als Zeichen zu werten sein, dass sich im Wohnungsbau eine Sättigung der Nachfrage abzeichne. Die Zunahme des Leerwohnungsbestands im Kanton Graubünden lasse diese Vermutung zumindest zu.

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