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Suche nach Vermissten nach Unwetter im Wallis weiter erfolglos

Nach einer Flutwelle im Unterwallis fehlt von zwei Vermissten nach wie vor jegliche Spur. In Chamoson VS war der Fluss Losentze am Sonntagabend über die Ufer getreten und hatte einen 37-jährigen Genfer und ein sechsjähriges Mädchen in einem Auto mitgerissen.

Agentur
sda
Montag, 12. August 2019, 12:47 Uhr Chamoson/Chur

Nach Angaben der Kantonspolizei Wallis löste das Gewitter entlang des Bachbettes der Losentze sintflutartige Erd- und Wassermassen aus. Der wild gewordene Fluss schwemmte zwei Autos fort. Während eines der beiden Autos leer war, befanden sich im anderen Wagen der Mann und das Mädchen.

Am Montag wurde die Suche nach den Vermissten fortgesetzt. Die örtliche Polizei, Hilfskräfte und zahlreiche Feuerwehrleute waren mit rund 70 Personen im Einsatz. Auch ein Helikopter beteiligte sich an der Suche. Im Verlauf der Nacht wurde das Fahrzeug, in welchem sich keine Insassen befunden hatten, in der Nähe eines Schiessstandes ausserhalb Chamoson gefunden.

Die Kantonspolizei Wallis wird an einer Medienkonferenz am Nachmittag um 14.00 Uhr in Chamoson über die aktuelle Entwicklung orientieren. Aus Sicherheitsgründen ist es verboten, sich näher als 20 Meter den Brücken des Losentze - Cry und des St-André zu nähern.

Von Blitz getroffen

Andere Regionen im Kanton Wallis sind ebenfalls vom Unwetter betroffen. Die Einsatzzentrale der Kantonspolizei Wallis erhielt am Sonntagabend über 1000 Anrufe. Personen wurden nicht verletzt.

Jedoch kamen Tiere durch den Sturm zu Schaden. Ein Blitz traf eine Lärche auf einer Alp bei Ayent, unter welcher sich zahlreiche Rinder befanden. 15 von ihnen verendeten.

Zahlreiche Erdrutsche

Verschiedene Verkehrswege mussten nach Erdrutschen gesperrt werden. Dies galt für die Strassen zwischen Chalais und Vercorin, zwischen Vex und Euseigne, Sanetsch und Sitten sowie Fully und Chiboz im Unterwallis. Im Oberwallis haben Felsstürze die Strasse zwischen Feschel und Erschmatt sowie zwischen Ulrichen und dem Gipfel des Nufenen unterbrochen.

Im Mittelwallis entstanden durch umgestürzte Bäume, überschwemmte Keller und abgedeckte Dächer erhebliche materielle Schäden. In Sitten standen zahlreiche Keller und Unterführungen unter Wasser. Erst vor rund einem Jahr hatte ein Unwetter in der Kantonshauptstadt Schäden in der Höhe von 15 Millionen Franken verursacht.

Gesperrte Pässe

Im Kanton Graubünden wüteten ebenfalls Unwetter. Wie Roman Rüegg, Sprecher der Kantonspolizei Graubünden, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte, mussten mehrere Passstrassen wegen Erdrutschen gesperrt werden. Während der Verkehr über den Splügenpass bereits am Morgen wieder freigegeben werden konnte, blieben der Maloja-Pass sowie der Lukmanier-Pass von der Tessiner Seite her bis auf weiteres gesperrt.

An den Passstrassen gab es Schäden. Derzeit laufen laut Rüegg Abklärungen. Gegen 15.00 Uhr werde die Lage für den Maloja-Pass neu beurteilt.

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