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Janka erhält nach verbalem Rundumschlag Rückendeckung

Mit der Kombination am Montag sind Carlo Jankas Weltmeisterschaften zu Ende gegangen. Nach dem Rennen hatte der sonst eher zurückhaltende Obersaxer einiges zu sagen.

Südostschweiz
Dienstag, 12. Februar 2019, 12:39 Uhr Ski alpin
Carlo Janka bleibt in der WM-Kombination chancenlos.
KEYSTONE

Am Montag hat an der Ski-WM im schwedischen Are die Kombination der Männer stattgefunden. Das traditionsreiche Rennformat steht vor einer ungewissen Zukunft – am Mittwoch will der Weltverband FIS über die Zukunft der Kombination im alpinen Skirennsport tagen. Im Weltcup-Kalender stehen in dieser Saison gerade noch zwei Kombinationsrennen pro Geschlecht auf dem Programm.

Viele Argumente für die Fortsetzung der vernachlässigten Disziplin wurden am Montag nicht gesammelt. Da die Abfahrt zu kurz und zu wenig selektiv war und die Slalom-Piste nach wenigen Fahrern bereits stark nachliess, blieben die Abfahrer den Slalom-Spezialisten im Kampf um die Medaillen deutlich unterlegen. «Die Piste war schlecht, die Abfahrtsbesten hatten keine Chance auf eine Medaille», gab selbst Bronzemedaillen-Gewinner und Slalom-Crack Marco Schwarz zu.

«Dass Mauro mit dieser Leistung Siebter wird, kann nicht sein.»

Carlo Janka über die WM-Kombination

Klartext sprach nach dem Rennen auch Carlo Janka, der auf Rang 18 gelandet war. «Es kann einfach nicht sein, dass die Sache schon nach wenigen Fahrern geritzt ist», sagte der Obersaxer im Interview mit SRF Sport. Mauro Caviezel etwa, der als einer der besten Abfahrer wie Janka selber auch erst spät zum Slalom gestartet war, landete trotz hervorragendem Lauf neben dem Podest. «Dass Mauro mit dieser Leistung Siebter wird, kann nicht sein», fuhr Janka fort. Wenn man so weitermache, werde immer ein Ungleichgewicht zugunsten der Slalomfahrer bestehen.

Kritik an Trainer und Team

Überhaupt hielt sich «Iceman» Janka nach seinem letzten Einsatz an der diesjährigen Ski-WM mit seinen Aussagen nicht zurück. So klagte der Gesamtweltcupsieger von 2010 die mangelhafte Kommunikation der Schweizer Trainer sowie die Stimmung innerhalb des Teams an. «Bei dieser WM haben zum Beispiel viele nicht gewusst, für welche Rennen sie nun in Frage kommen und wer wo in die Qualifikation muss», wird Janka via «blick.ch» zitiert. Und: «Bei uns gibt es keine Emotionen, die Stimmung ist wie tot.» Es fehle im Team ein Motivator.

Viletta und Bont stützen Jankas Aussagen

Fürsprecher erhält Janka nach seinem verbalen Rundumschlag aus dem eigenen Kanton. Wie der zurückgetretene Skirennfahrer Sandro Viletta ergänzt, hätte im Schweizer Team schon in der Vergangenheit nicht immer der beste Teamgeist geherrscht. Der Engadiner spricht von «mangelnder Harmonie» und «Grüppchen-Bildung».

SRF-Sport-Experte Michi Bont unterscheidet zwischen Abfahrts-Team und Slalom-Gruppe: «Ich höre immer wieder von verschiedenen Abfahrern, dass ihre Team-Sitzungen ohne jegliche Emotionen über die Bühne gehen. Das scheint bei den Sitzungen mit Slalom-Chef Matteo Joris ganz anders zu sein.»

Im Lager von Swiss Ski sorgten Jankas Äusserungen bis dato nicht für Unruhe. Auf Nachfrage gab Geschäftsführer Markus Wolf zu Protokoll: «Es ist für mich völlig verständlich und auch richtig, dass die Stimmung im Speed-Team nicht gut ist, nachdem die Athleten ihre WM-Ziele nicht erreichen konnten. Ich bin in laufendem Austausch mit dem Trainierteam. Der Inhalt dieser Diskussionen bleibt aber wie üblich intern.» Der Fokus gelte nun ganz klar den kommenden Wettkämpfen in Are. (krt)

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