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Wie vor 50 Jahren: Widmer peilt Podest an

Der Running Day Eschenbach feiert diesen Samstag ein Jubiläum. Der beliebte Volkslauf wird bereits zum 50. Mal ausgetragen. Jakob Widmer lief bei der Premiere mit – und tut es auch bei der aktuellen Ausgabe.

Linth-Zeitung
Freitag, 15. März 2019, 04:30 Uhr Leichtathletik
Ein Urgestein: Jakob Widmer war schon beim Premierenlauf 1970 dabei und ist seit 1971 Mitglied im SC Diemberg.
Bild Markus Timo Rüegg

von Jörg Greb

Noch immer sind sie wach, die Erinnerungen an den 31. Juli 1970. Jakob Widmer, damals Oberstufenschüler in Eschenbach, hatte sich von seinem Lehrer zum Start am «neuen Lauf» motivieren lassen. Ein Erfolgserlebnis mit weitreichenden Folgen resultierte. «Vor dem Ziel überspurtete ich meinen letzten direkten Konkurrenten und wurde Dritter», erinnert sich der inzwischen 63-Jährige.

Und es blieb nicht bei diesem einen Mal. Im Folgejahr reichte es Widmer gar zum Sieg bei den Junioren – gegen bis zu drei Jahre ältere Widersacher. Nach dem Rennen kam Karl Eicher vom jungen SC Diemberg auf ihn zu und motivierte ihn dazu, dem Verein beizutreten. Diesem gehört Widmer seither an, und nach wie vor zählt er zu den Erfolgsgaranten – nun in der Kategorie M60. «Ich bestreite im Jahr rund 25 Rennen und schaffe es praktisch immer aufs Podest», sagt er. Den Serien um den Züri-Lauf-Cup sowie die Swiss-Master-Runs schenkt er die Hauptaufmerksamkeit.

Auch der Running Day Eschenbach gehört zu den Fixpunkten im Jahresprogramm. Obwohl Jakob Widmer sieben Jahre dem OK angehörte und er regelmässig als Helfer mittat, hat seine Konzentration immer auch dem Lauf selber gegolten. «Ich will mich nach wie vor über meine Leistungen freuen können», betont er. Und in diesem Jahr scheint die Aussicht zum Schliessen eines Kreises gegeben: «Es wäre toll, wenn ich wie vor 50 Jahren wieder vom Podest lachen könnte.»

Hektik bei der Premiere

Bereit für eine entsprechende Leistung fühlt sich Widmer. Nach wie vor läuft er vier Mal pro Woche, am Donnerstag jeweils im Rahmen des Klubtrainings des SC Diemberg. Nach 20 Jahren weitergegeben hat der Werkzeugmacher nun die Leitung der Jugendgruppe im Verein. Die Erinnerungen und die Verbundenheit mit dem Lauf und dem Verein ist damit nicht verloren gegangen: «Die Jugendgruppe zu leiten, bedeutete mir immer enorm viel und hat mich jung gehalten.» Nicht zuletzt hat sich dadurch ein reger Kontakt zu den aktuell stärksten Vereinsmitgliedern ergeben.

Nicht mitbekommen hat Jakob Widmer bei der Premiere die Hektik bei den Organisatoren. Der Geländelauf Eschenbach – so hiess die Veranstaltung einst – korrespondierte schlecht mit dem gleichentags stattfindenden Gruppenwettkampf des Schützenvereins. Davon Kenntnis erhielten die Lauf-Initianten am Vortag. Um 5 Uhr morgens machten sie sich sodann daran, die nötigen Streckenänderungen vorzunehmen. Und der Irritationen nicht genug: Die Zeiterfassung klappte nicht. Die Rangliste mit den 111 Läufern – Frauenkategorien gab es nicht – wurde daraufhin «am grünen Tisch» erstellt. Verbucht werden konnte ein Reingewinn von 26 Franken.

Teilnehmerrekord zum Jubiläum?

Entmutigen liess man sich durch die Erschwernisse nicht. Vielmehr hat sich der Running Day Eschenbach, so der neue Name, zu einem Klassiker entwickelt. «Klein, aber fein» lautet die Devise nach wie vor.

588 Teilnehmer wurden 1994 gezählt. Der Rekord hielt bis heute. 2017 und 2015 aber resultierten die zweit- und drittbesten Ergebnisse. Die Aussicht, die über 20-jährige Rekordmarke zu löschen, scheint heuer gut. Dazu beitragen dürfte auch, dass mit dem Rennen der Auftakt zum beliebten Kleeblatt-Cup erfolgt, einer Laufserie in der Region mit fünf familiären Wettkämpfen. Zudem dürfen beim Jubiläumslauf alle Schüler gratis starten, respektive im Falle einer kurzfristigen Anmeldung (Nachmeldungen sind bis eine Stunde vor dem Start möglich) gegen eine kleine Nachmeldegebühr.

Alle Rennen im Livestream

Auffallend ist beim Running Day Eschenbach jeweils die Qualität des Teilnehmerfeldes: Sie ist hoch. Umso erfreulicher aus Sicht des Veranstalters ist daher die Tatsache, dass in der Geschichte des Laufes bei den Frauen sieben SC-Diemberg-Tagessiege resultierten (durch Brigitte Gyr und Claudia Meili) und bei den Männern gar deren zehn (durch Hermann Morger, Gabriel Morger, Peter Giger, Armin Flückiger und Gerezghier Mulugeta).

Wer sehen will, wer diesmal die Bestzeit läuft, aber nicht selber vor Ort sein kann, dem bietet sich die Möglichkeit, die Rennen live auf der Internetplattform Youtube zu verfolgen – morgen Samstag, ab 12 Uhr.

Der entsprechende Link und weitere Infos finden sich auf: www.scdiemberg.ch/runningday.

Drei Fragen an … Armin Flückiger (Spitzenläufer des SC Diemberg)

1 Sie sind aktueller Schweizer Marathon-Meister und Favorit beim Hauptrennen des diesjährigen Running Day Eschenbach. Muss für einen Läufer Ihres Formats nicht der Streckenrekord das Thema sein?
Darauf bin ich immer wieder angesprochen worden. Und ja, die 33:36 Minuten von Adrian Marti, gelaufen vor sechs Jahren, könnten in diesem Jahr ein Thema werden. Im Gegensatz zu andern Jahren habe ich keinen Marathon in den Beinen. Nicht nur die Beine könnten so frischer sein, sondern auch der Kopf.

2 Sie sind regelmässig am Running Day Eschenbach am Start. Wieso?
Es ist mein Heimrennen. Seit ich laufe, starte ich hier. Seit 2007 also. Ich bin in Rüeterswil aufgewachsen. Meine Eltern wohnen noch immer dort. Darum kenne ich praktisch jeden Stein entlang der Strecke. Und natürlich kenne ich auch die Leute. Das macht das Laufen besonders schön. Und: Im Gegensatz zu den grossen Rennen, den Meisterschaften etwa, starte ich hier im Dress meines Stammvereins SC Diemberg und nicht in jenem des TV Oerlikon, für den ich lizenziert bin.

3 Welchen Stellenwert messen Sie dem Rennen vom Samstag bei?
Es handelt sich für mich um einen Formtest. Am 7. April werde ich in Rotterdam den Marathon laufen. Am Samstag sehe ich, ob ich im Fahrplan bin. Passt es, könnte mein dritter Tagessieg nach 2014 und 2018 damit verbunden sein. (gg)

 

Hauptstrasse gesperrt
Zur Sicherheit der Läuferinnen und Läufer wird die Hauptstrasse Eschenbach–Schmerikon morgen Samstag von 11.45 bis 15.45 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. Ab heute Freitag ist die Durchfahrt durch die Alte Schmerikonerstrasse erschwert.

Das Programm
Um 12 Uhr Start des 5-km-Laufs mit vier Kategorien.
Zwischen 12.50 und 14.15 Uhr werden die Teilnehmer auf die Kurzstrecke (600-1800 m) geschickt (in 12 Kategorien).
Um 13.20 Uhr wird der Panorama-Walk (ca. 11 km) gestartet.
Um 14 Uhr beginnt das Rennen auf der Hauptstrecke (10,4 km/20 Kategorien).

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