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Taliban-Sprecher: Allgemeine Amnestie in Afghanistan gilt

Taliban-Sprecher: Allgemeine Amnestie in Afghanistan gilt

In der ersten Pressekonferenz seit ihrer faktischen Machtübernahme in Afghanistan haben die militant-islamistischen Taliban versöhnliche Töne angeschlagen.

Agentur
sda
17.08.21 - 18:23 Uhr
Politik
Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid spricht auf seiner ersten Pressekonferenz in Kabul. Foto: Rahmat Gul/AP/dpa
Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid spricht auf seiner ersten Pressekonferenz in Kabul. Foto: Rahmat Gul/AP/dpa
Keystone/AP/Rahmat Gul

Die Taliban hätten keine Feindseligkeiten mit irgendjemandem, sagte der langjährige Sprecher der Islamisten, Sabiullah Mudschahid, am Dienstag in Kabul. Er versichere seinen Landsleuten, auch jenen, die in Opposition zu den Islamisten gestanden hätten, dass eine allgemeine Amnestie gelte.

Sie gelte auch für ehemalige Übersetzer von ausländischen Streitkräften. Man habe auch alle Soldaten begnadigt, die in den vergangenen Jahren mit ihnen gekämpft hätten, sagte Mudschadhid weiter. Auf eine Frage nach dem Tod vieler unschuldiger Zivilisten sagte er, das sei ohne Absicht passiert.

Mudschahid versicherte zudem, dass die Sicherheit von Botschaften und der Stadt Kabul gewährleistet sei. Niemandem würde in Afghanistan etwas passieren. Das Chaos in Kabul der vergangenen Tage rühre von der Unfähigkeit der ehemaligen Regierung. Die Taliban setzten sich auch für die Rechte von Frauen im Rahmen der islamischen Scharia ein. Frauen könnten in den Bereichen Gesundheit, Bildung und anderen Bereichen tätig sein. Auch Medien sollten sich keine Sorgen machen. Sie müssten unparteiisch bleiben und Inhalte sollten nicht islamischen Werten entgegenstehen.

Mudschahid versprach zudem die Einbeziehung auch anderer Kräfte in eine neue Regierung. «Wenn die Regierung gebildet wird, werden alle einen Anteil haben», sagte er. «Wir haben Afghanistan in elf Tagen eingenommen», sagte er. Die Islamisten seien jedoch nicht für Macht hier, sondern um eine islamische Regierung aufzubauen. Ihre Kämpfer dürften private Häuser nicht betreten.

Nach ihrem rasante Eroberungszug und der Flucht des Präsidenten Aschraf Ghani haben die Taliban am Sonntag die Macht im Land de facto übernommen. Viele Afghanen befürchten eine Rückkehr der Schreckensherrschaft der Islamisten der 1990er-Jahre, während der etwa Frauen vom öffentlichen Leben ausgeschlossen waren und die Vorstellungen der Islamisten mit barbarischen Strafen durchgesetzt wurden.

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