×

Glarner Regierungsrat beantragt Kredit für Sterbehospiz

Der Glarner Regierungsrat beantragt einen Kredit von 800'000 Franken für den Pilot-Betrieb eines Sterbehospiz' während vier Jahren. Dieses hat zum Ziel, dass unheilbar kranke Menschen würdevoll sterben können.

Südostschweiz
Mittwoch, 23. Oktober 2019, 16:05 Uhr Pilot-Betrieb
Im Alters- und Pflegeheim Salem werden drei Zimmer für unheilbar kranke Menschen eingerichtet.
ARCHIV

Der Kanton Glarus möchte unheilbar kranken Einwohnerinnen und Einwohnern ein würdevolles Sterben in einem Hospiz ermöglichen. Das Hospiz nimmt Patientinnen und Patienten in ihrer letzten Lebensphase auf, wenn die Behandlung im Spital nicht mehr notwendig und eine angemessene Betreuung zu Hause oder in einem Pflegeheim nicht möglich ist. Das Angebot steht gemäss einer Mitteilung Patientinnen und Patienten zur Verfügung, die an einer fortschreitenden Erkrankung leiden, eine Heilung aber ausgeschlossen ist. Sie haben eine Lebenserwartung von Tagen, Wochen oder wenigen Monaten.

Pilotprojekt in Ennenda

Mit einem Pilotprojekt mit dem Alters- und Pflegeheim Salem in Ennenda sollen Erfahrungen gesammelt werden, bevor über eine definitive Einführung entschieden wird. Während der vierjährigen Pilotphase sollen drei Hospizbetten angeboten werden. Das Kostendach beträgt 800'000 Franken. Die Gewährung eines entsprechenden Kredits wird nun dem Landrat beantragt.

Der Kanton Glarus verpflichtet sich im Pilotprojekt zu einer leistungsorientierten Vergütung von 260 Franken pro Aufenthaltstag, wobei er seine Beitragszusicherung auf eine absolute Obergrenze von 200 000 Franken pro Jahr beschränkt. Es handelt sich gemäss Kantonsmitteilung nicht um Zusatzkosten. «Schwer kranke Menschen bedürfen einer täglichen Behandlung und Therapierung. Diese Kosten fallen entweder im Hospiz oder dann an einem anderen Ort wie einem Spital oder einem Alters- und Pflegeheim an.»

Während der Pilotphase sollen im Erdgeschoss des Alters- und Pflegeheims Salem drei Zimmer für Patientinnen und Patienten, Aufenthaltsräume mit Küche und ein Stationszimmer zur Verfügung stehen. Dieses Angebot wird aber durch einen separaten Eingang erschlossen. Erfahrungen zeigen, dass ein separater Hospiz-Eingang für die betroffenen Personen als wesentlicher Vorteil gesehen wird. Die schnelle Erreichbarkeit für die Besuche bei den schwer erkrankten Menschen tragen zur Entlastung der Angehörigen bei.

Bedürfnis wächst

Die Anzahl an Personen mit unheilbaren, chronischen Krankheiten wächst analog der demografischen Alterung. Parallel dazu steigt die Qualität der medizinischen und pflegerischen Versorgung ständig. Menschen leben, auch mit schweren Krankheiten, länger. Sie sind angewiesen auf eine umfassende, medizinische, pflegerische, therapeutische und psycho-sozial-spirituelle Versorgung. Entsprechend wird Palliative Care national wie auch regional weiter an Bedeutung zunehmen. (kup)

Kommentar schreiben

Kommentar senden