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Das Churer Projekt «Eisball» rollt an

Die Stadt Chur erhält neue Sportanlagen. Die Churerinnen und Churer sagten am Sonntag Ja zum Projekt «Eisball». Ein Freudentag für die Churer Sportvereine - aber auch die Schüler. Und zwar von heute und morgen.

Südostschweiz
Sonntag, 25. November 2018, 14:49 Uhr 40-Millionen-Projekt kann kommen

Seit bald zehn Jahren kämpft die Stadt Chur um die Erneuerung und den Ausbau ihrer Sportanlagen auf der Oberen Au. Verschiedene Anläufe dazu sind am Gemeinderat oder am Volkswillen gescheitert. Zuletzt scheiterte 2014 das Gemeindesportanlagenkonzept (Gesak).

Tempi passati. Die Churerinnen und Churer stimmten (bei einer Stimmbeteiligung von 49,7 Prozent!) mit satten 81,2 Prozent Ja-Stimmen am Sonntag der Sportanlagen-Vorlage zu. «Wir hatten natürlich auf eine Annahme der Vorlage gehofft, aber dieses Resultat übertrifft unsere kühnsten Erwartungen», wird ein erleichterter Stadtpräsident Urs Marti in einer Mittelung zitiert.

Das sogenannte Projekt «Eisball» beinhaltet als Kernpunkte die Erweiterung und Modernisierung der über 40-jährigen Sportanlagen auf der Oberen Au. Konkret entstehen ein neues Fussballhauptfeld mit einer Tribüne für 3000 Zuschauer, ein zusätzlicher Naturrasenpalatz, eine Trainingshalle für den Eissport und eine neue Begleitinfrastruktur (Garderoben, weitere neue Räume). Dafür gehören die zwei Fussballplätze an der Ringstrasse und das Kunsteisfeld auf der Oberen Au bald der Vergangenheit an. Nicht saniert wird das Hallenbad. Oder zumindest noch nicht: Im Rahmen des Masterplans Obere Au soll das Bad später umfassend saniert werden.

Schnellstenfalls werden die neuen Anlagen im Herbst 2021 eröffnet. Es könnte auch sein, dass das Projekt in zwei Etappen realisiert werden muss. Bis 2021 die Trainingshalle und die Naturrasenplätze, bis März 2025 das Fussballhauptspielfeld. Alles ist abhängig von der Frage, wann die Reithalle abgebrochen werden kann.

Grosse Lobby, grosse Investition

Die Lobby für das Projekt «Eisball» war gross. Alle Parteien sprachen sich dafür aus – mit Ausnahme der SVP Chur, die die Nein-Parole beschlossen hatte. Darüber hinaus ging die Interessengemeinschaft Churer Sportvereine neue Wege, um die Dringlichkeit neuer Sportanlagen für den Nachwuchs zu untermauern. So zum Beispiel mit diesem Song:

Der Bruttokredit für das Sportanlagen-Projekt beträgt knapp 44 Millionen Franken. Eine Steuererhöhung ist nach Sparpaketen in den letzten Jahren nicht nötig. Weil 250 Stellenprozente nötig werden, erhöhen sich die jährlichen Betriebsausgaben für die Sportanlagen um rund 300 000 Franken.

Ciao Daleu und Florentini?

Weitreichenden Folgen könnte das Ja vom Sonntag für die Schullandschaft der Stadt haben. Der Weg ist frei für eine neue Schulanlage beim jetzigen Sportplatz Ringstrasse. So könnten die alten Schulhäuser Daleu und Florentini aufgegeben werden. Und: Die Hallensport-Vereine wie die Churer Unihockey-Teams dürfen so von einer neuen Mehrfachhalle an der Ringstrasse träumen. Von einer Halle, die den Anforderungen für NLA-Spiele im Unihockey genügt.

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