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Schulz wirft Weber mangelnde Distanz zu Ungarns Regierungschef vor

Kurz vor der Entscheidung der Europäischen Volkspartei (EVP) über ihren Spitzenkandidaten für die Europawahl hat der frühere EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Kritik an EVP-Fraktionschef und Kandidat Manfred Weber (CSU) geäussert.

Agentur
sda
Donnerstag, 08. November 2018, 10:18 Uhr Helsiniki
Der ehemalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz wirft Manfred Weber (Bild), EVP-Fraktionschef und möglichem Spitzenkandidaten für die Europawahl, mangelnde Distanz zu Ungarns Regierungschef Viktor Orban vor. (Archiv)
Der ehemalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz wirft Manfred Weber (Bild), EVP-Fraktionschef und möglichem Spitzenkandidaten für die Europawahl, mangelnde Distanz zu Ungarns Regierungschef Viktor Orban vor. (Archiv)
KEYSTONE/EPA COMPIC/KIMMO BRANDT

Er wirft ihm eine fehlende Distanzierung von Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban vor. «Ich hätte es seit jeher besser gefunden, Weber hätte sich von Orban distanziert und getrennt», sagte Schulz am Donnerstag dem deutschen Radio SWR.

Weber konkurriert mit dem finnischen Ex-Regierungschef Alexander Stubb um die Spitzenkandidatur. Die Entscheidung fällt am Donnerstag in geheimer Wahl. Für Weber werde es «ein schwieriger Weg» werden, sagte der Sozialdemokrat weiter.

Er müsse sich von populistischen Kräften seiner Partei distanzieren: «Der grösste Kritiker der deutschen Migrationspolitik, Viktor Orban, Ministerpräsident in Ungarn, Vorsitzender der Fidesz-Partei, ist Mitglied der EVP. Und er ist nicht der Einzige. Eine ganze Menge Parteimitglieder liegen auf diesem ideologischen Kurs, der mit dem, was traditionelle Christdemokraten als Politik bezeichnen, nichts zu tun hat.»

Allerdings betonte Schulz, dass Weber selbst «sicher kein Vertreter der ideologischen Ausrichtung von Orban» sei. Sowohl Stubb als auch Weber seien «ausgewiesene Europa-Experten und sehr proeuropäisch denkend».

Die konservative EVP als derzeit stärkste Fraktion im EU-Parlament geht davon aus, dass ihr Spitzenkandidat im kommenden Jahr Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wird.

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