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USA: Überflutungen, Schäden und Stromausfälle nach Hurrikan «Ida»

USA: Überflutungen, Schäden und Stromausfälle nach Hurrikan «Ida»

Der starke Hurrikan «Ida» hat im südlichen US-Bundesstaat Louisiana ersten Fotos und Videos zufolge massive Überflutungen und Schäden verursacht.

Agentur
sda
vor 1 Monat in
Ereignisse
dpatopbilder - Ein Mann geht in New Orleans an einem weggeblasenen Hausdach im French Quarter vorbei. Hurrikan "Ida" hat im südlichen US-Bundesstaat Louisiana ersten Fotos und Videos zufolge massive Schäden verursacht. Foto: Eric Gay/AP/dpa
dpatopbilder - Ein Mann geht in New Orleans an einem weggeblasenen Hausdach im French Quarter vorbei. Hurrikan "Ida" hat im südlichen US-Bundesstaat Louisiana ersten Fotos und Videos zufolge massive Schäden verursacht. Foto: Eric Gay/AP/dpa
Keystone/AP/Eric Gay

Zudem fiel für mindestens 600.000 Haushalte in den küstennahen Gebieten wegen Sturmschäden der Strom aus. Gouverneur John Bel Edwards warnte, das wahre Ausmass der Zerstörung werde in dem Bundesstaat erst ab Montag ersichtlich werden, sobald der Sturm in nordöstlicher Richtung abgezogen sei und Rettungs- und Bergungseinsätze beginnen könnten. Zu möglichen Verletzten oder Todesopfern gab es zunächst keine Angaben.

Der Hurrikan zog am Sonntagabend (Ortszeit) als starker Hurrikan der Stufe drei von fünf nur langsam über Land, weswegen die Orte in seinem Pfad längerer Zeit extremen Winden und heftigen Regenfällen ausgesetzt waren. Experten befürchteten daher grosse Schäden. Das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) erklärte, der Wirbelsturm bringe maximal anhaltende Windgeschwindigkeiten von 195 Kilometern pro Stunde und noch heftigere Böen mit sich. «Ida» war am Sonntagmittag (Ortszeit) aus dem Golf von Mexiko kommend als Hurrikan der Stärke vier südwestlich der Stadt New Orleans auf die Küste getroffen.

«Ida» verursachte an einigen Teilen der Küste eine meterhohe Sturmflut. Wie US-Medien berichteten, war die Wucht des ankommenden Wassers so stark gewesen, dass das Wasser im Süden von New Orleans im Mississipi Messungen zufolge rund drei Stunden flussaufwärts floss. Meteorologen warnten zudem, dass die von «Ida» ausgelösten ungewöhnlichen starken Regenfälle weitere Überschwemmungen verursachen könnten. Rettungsdienste stellten in dem Gebiet aus Sicherheitsgründen bis Montag die Arbeit ein.

Fotos und Videos zeigten in den küstennahen Gebieten Häuser, die unter Wasser standen, Strassen die zu Flüssen wurden, abgedeckte Häuser und zahlreiche entwurzelte Bäume. Besonders betroffen waren niedrig liegende Gebiete südwestlich der Stadt New Orleans, für die es zuvor zumeist Evakuierungsanordnungen gegeben hatte. Auch aus der weiter nördlich gelegenen Kleinstadt Houma mit rund 30.000 Einwohnern, die direkt im Pfad des Sturms lag, kamen erste Berichte über schwere Schäden. Auch in New Orleans waren Überschwemmungen und Schäden an Gebäuden zu sehen.

Der Strom fiel im gesamten Stadtgebiet von New Orleans aus, wie die städtische Einsatzzentrale mitteilte. «Der einzige Strom in der Stadt kommt von Generatoren», hiess es. In New Orleans leben knapp 400.000 Menschen. In der gesamten küstennahen Region waren nach Angaben des Stromversorgers wegen Sturmschäden bereits 620.000 Haushalte ohne Strom. Im ganzen Bundesstaat Louisiana waren es der Webseite Poweroutage.us zufolge schon fast 750.000 Kunden. Die Behörden hatten die Anwohner bereits vor der Ankunft des Sturms vor weit verbreiteten und womöglich lang anhaltenden Stromausfällen gewarnt.

Für die Region New Orleans, in der rund eine Million Menschen leben, galt wegen des ungewöhnlich starken Regens zudem eine Flutwarnung.

«Ida» war am Sonntagmittag (Ortszeit) als «extrem gefährlicher Hurrikan» der Stufe vier auf Land getroffen. Das NHC warnte vor heftigem Regen, einer «lebensgefährlichen Sturmflut» und katastrophalen Windböen. Der Wirbelsturm habe beim Erreichen der Küste Windgeschwindigkeiten von rund 240 Kilometern pro Stunde mit sich gebracht, erklärte das NHC. Damit wäre «Ida» fast ein Sturm der höchsten Kategorie fünf geworden. Das Sturmsystem verlor über Land nur langsam an Kraft und wurde erst nach gut sechs Stunden auf die Stärke drei von fünf herabgestuft.

«Ida» traf in Louisiana auf den Tag genau 16 Jahre nach der Ankunft des verheerenden Hurrikans «Katrina» auf Land. «Katrina» hatte in und um New Orleans katastrophale Schäden und Überschwemmungen verursacht. Damals kamen rund 1800 Menschen ums Leben. Seither wurden in der Region allerdings Milliarden in den Hochwasserschutz investiert.

Gouverneur Edwards erklärte wegen des Hurrikans den Notstand, aktivierte die Nationalgarde mit rund 5000 Soldaten und mobilisierte Hunderte Bergungsexperten. Zudem standen Tausende Arbeiter bereit, um die Stromversorgung wieder herzustellen. Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema flog Hunderte Helfer und Vorräte - darunter Millionen Mahlzeiten, Trinkwasser und Generatoren - in die Region. Auch Dutzende Krankenwagen und mehrere Sanitätsflugzeuge wurden bereitgestellt. Die Küstenwache stationierte zahlreiche Hubschrauber und Boote für den bevorstehenden Rettungseinsatz. Auch das US-Militär bereitete sich auf einen Hilfseinsatz vor.

US-Präsident Joe Biden besuchte am Sonntag wegen des Sturms die Fema-Zentrale in Washington. «Das wird ein zerstörerischer Hurrikan, ein lebensbedrohlicher Sturm», warnte Biden. «An die Menschen der Golfküste, ich will, dass Sie wissen: Wir beten für den besten Ausgang, und bereiten uns auf das Schlimmste vor.» Biden versprach den Menschen die Unterstützung der Regierung. «Sobald der Sturm vorübergezogen sein wird, werden wir die ganze Macht dieses Landes für Rettung und Wiederaufbau einsetzen», sagte Biden.

«Ida» sollte sich bis zum späten Sonntagabend (Ortszeit) über Land deutlich abschwächen. Am Montag sollte der Sturm in den Nordosten Louisianas und schliesslich den Westen Mississippis weiterziehen. Das NHC hatte wegen «Ida» auch für Teile der Küste Mississippis und Alabamas eine Warnungen vor Sturmfluten ausgesprochen.

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