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Ein Tag um wachzurütteln

Der heutige Tag ist allen Betroffenen der Autoimmunkrankheit Multiple Sklerose gewidmet. Digital macht die Multiple-Sklerose-Regionalgruppe Graubünden auf die unheilbare Krankheit aufmerksam. Für die Betroffenen sei es ein wichtiger Tag, wie die Präsidentin der MS-Regionalgruppe Graubünden erzählt.

Südostschweiz
Samstag, 30. Mai 2020, 04:30 Uhr Welt-MS-Tag
Multiple Sklerose ist eine unheilbare Krankheit.
PIXABAY

Multiple Sklerose oder besser bekannt als MS ist eine Krankheit, bei der das Immunsystem die Schutzhülle der Nerven zerstört. Die Kommunikation zwischen dem Gehirn und dem Körper wird gestört, weshalb unter anderem Sehverlust, Koordinationsstörungen und Schmerzen auftreten. Die Krankheit ist unheilbar. Bei 80 Prozent der Erkrankten zeigen sich die ersten Symptome im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Rund 15'000 Menschen sind in der Schweiz von der Krankheit betroffen. Heute ist Welt-MS-Tag, an welchem auf die Krankheit aufmerksam gemacht wird.

MS bedeutet nicht gleich Rollstuhl

Laut Martina Tomaschett, MS-Betroffene und Präsidentin der MS-Regionalgruppe Graubünden, ist dieser Tag wichtig, um die Menschen wieder ein bisschen «wachzurütteln». Viele würden nicht Bescheid wissen. «In meinem Fall, wenn ich das Auto parkiere, aussteige und den Rollstuhl hervor nehme, heisst es ‹ah ich habe gedacht zu bist im Rollstuhl›», sagt Tomaschett gegenüber RSO. Viele würden nicht verstehen, dass der Rollstuhl nicht bedeute, dass man an ihn gebunden sein müsse.

Zu normalen Zeiten macht die Regionalgruppe am Welt-MS-Tag auf die Krankheit mit Veranstaltungen und Events aufmerksam. Letztes Jahr war es eine Spendenaktion mit Rosen (Südostschweiz hat berichtet). Dieses Jahr ist es wegen der ausserordentlichen Situation nicht möglich, dies in gewohnter Art und Weise durchzuführen. «Wir versuchen, die Menschen digital zu erreichen und zu sensibilisieren», erklärt Tomaschett. Für viele MS-Patienten sei die Zeit in der ausserordentlichen Situation schwierig.

Noch viel Potenzial

MS wird oft mit dem Rollstuhl in Verbindung gebracht, doch laut Tomaschett ist das falsch. «In der Regionalgruppe gibt es einige auch ältere Personen, die immer noch ‹normal› laufen, oder bloss vom Alter her vielleicht am Stock gehen», so Tomaschett. Dennoch setzt sich die Präsidentin der MS-Regionalgruppe Graubünden für Bauten wie Rollstuhlzugänge an Gebäuden stark ein. «Im Kanton Graubünden hat es noch viel Luft nach oben», sagt Tomaschett und fügt hinzu: «Ich denke, man muss stetig dran bleiben, weil ein normal gesunder Mensch das anders einschätzt.»

Als MS-Betroffene ist Tomaschett im Alltag handicapiert. Von der Gesellschaft wünsche sie sich deswegen, genauso behandelt zu werden, wie eine nicht handicapierte Person auch gerne behandelt werden wollen würde. (abr)

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