Das zweiwöchige Trainingslager («ein Ferienwochentrainingslager», so der Übungsleiter) in Thailand sei ein Hit gewesen, berichtet Thalwils Trainer Jérôme Oswald und schmunzelt: «Heiss war es, deutlich heisser als derzeit am Zürichsee.» Er habe seine Jungs im täglichen Zusammensein von einer ganz anderen Seite kennengelernt, dies sei spannend gewesen. «Diese Wochen sind eine Belohnung für unsere Spieler, die beim FCT fürs Fussballspielen nichts bekommen.» Übungseinheiten standen nicht zwingend im Vordergrund; es ging um Spass und Pflege der Kameradschaft. «Wir hatten zehn Trainings auf Rasen, jeweils am frühen Abend für zwei Stunden. Tagsüber wars zu heiss.» Am Morgen durften die Kicker - sollte dies nötig sein - ausschlafen oder zu Pool und Strand; neben den Trainingslektionen war das gemeinsame Abendessen ein Fixpunkt.
Nach der Rückkehr galt es sich wieder an andere Temperaturen zu gewöhnen und die Zeitdifferenz von sechs Stunden zu verarbeiten. Der eine oder andere kränkelte danach etwas, berichtet der Ausbildner und ergänzt: «Jetzt sind alle fit, und das Augenmerk gilt voll und ganz der Meisterschaft.» Da gelte es, das abgesteckte Terrain zu verteidigen. Der FCT liegt auf dem zweiten Tabellenplatz - «den wollen wir behaupten», gibt Oswald zu verstehen. Sehr zufrieden sei er in der Vorrunde mit der Leistung seiner Truppe gewesen, betont der Trainer. «Wenn wir am 12. Juni immer noch auf Rang zwei stehen, dann dürfen wir stolz auf die Saison zurückblicken», meint der Trainer, der immer noch in jedem Match als Innenverteidiger aufläuft. Während der Spielertrainer von der guten Entwicklung seiner Elf schwärmt, vergisst er aber auch nicht, dass in der Gruppe 4 eine andere Mannschaft die Musik macht: «Der FC Dorn-ach steht über allen andern.» Freienbach will aufholen
Völlig zufrieden sei er nicht, sagt Bruno Schyrr, der Trainer des FC Freienbach, mit der Vorrunde. Platz fünf ist es, und der routinierte Ausbildner ergänzt: «Wir spielen in einer starken Gruppe. Und mit Dornach gibts den totalen Überflieger.» Der Trainer ergänzt: «Wir wollen unsere Tabellenposition aber schon verbessern.» Der Zug nach ganz vorne sei aber abgefahren, meint Schyrr nüchtern; zu überlegen, zu dominant sei der Spitzenreiter.
Dennoch möchte er mit seiner Truppe noch etwas Terrain aufholen und «vielleicht noch zwei, drei Ränge gutmachen». Seine Mannschaft habe, auch infolge verletzungsbedingter Absenzen, einige Zähler zu viel liegen lassen, analysiert Bruno Schyrr und verweist darauf, «dass wir eine Truppe stellen, die noch nicht so viel Routine aufweist. Ich bin aber mit dem Schritt, den vor allem die Jungen machen, recht zufrieden. Sie haben den Rhythmus in der höheren Liga gut gefunden.» Technisch und taktisch sehe er Fortschritte, und das stimme ihn für die nächsten Monate zuversichtlich, macht der Mann an der Seitenlinie deutlich. Trotzdem gebe es aber auch noch einiges zu verbessern, führt der Übungsleiter aus. So stehen seine Spieler immer noch ab und an zu weit weg vom Gegner. «Das muss besser werden», betont Schyrr. Überhaupt müsse die Defensive kompakter stehen, gibt er die Marschroute vor.
Obwohl noch die Hälfte der Partien anstehen, richtet Bruno Schyrr seinen Blick auch schon auf die Saison 2010/11. «Wir wollen dann mit einer guten, eingespielten Mannschaft angreifen. Deshalb denke ich bereits schon an die nächste Spielzeit.» Er wolle auch schauen, welche Spieler sich früh zum FCF der nächsten Saison bekennen. Küsnacht will Vollgas geben
«Ja», sagt Andreas Bockaj, der Küsnachter Ausbildner, «wir haben in der Rückrunde vieles gutzumachen.» Da liegt der Trainer richtig, denn was der Heslibach-Klub teilweise ablieferte, war wenig berauschend. Die Ansprüche an der Goldküste liegen höher - Bockaj weiss das. «Wir haben unser Ziel nicht erreicht, wir müssen uns steigern!» Bockaj macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über den 9. Rang. «Wir müssen einen Zacken zulegen und Vollgas geben», gibt der Übungsleiter den Tarif durch. Und: Er habe im Winter viele Einzelgespräche geführt und sei sich sicher, dass die Spieler seine Ansagen verstanden hätten. «Es fehlte uns an der Effizienz in der Spielweise und vor allem vor dem Tor», kritisiert er die Leistungen seiner Equipe. Bockaj ist zuversichtlich, dass dies besser wird. «Wir haben uns gut in der Offensive verstärkt. Ich habe Alternativen.»
Nach einem guten Start folgte im letzten Herbst der Einbruch - heftig und brutal. So eine Situation habe er noch nie erlebt, führt Bockaj aus, doch aus einer Negativspirale könne eine Mannschaft, und auch er als Trainer, viel lernen. «Ich denke, wir haben die richtigen Schlüsse gezogen», blickt Bockaj optimistisch voraus. «Jetzt gehts von vorne los. Jeder meiner Jungs kennt seine Aufgaben und Pflichten.» |