Online seit 24.01.2012 0:00
Hot Chilis auf Formsuche
Spielerisch läuft es Rümlang-Regensdorf derzeit nicht eben rund. Doch Giglia Dalla Corte (links) und ihre Mitspielerinnen beweisen gegen Sandra Germann und Waldkirch-St. Gallen immerhin grossen Kampfgeist und Moral. Bild: Daniel Zannantonio
Unihockey. Die Hot Chilis Rümlang-Regensdorf erleben in der Frauen-NLB bisher eine verkorkste Saison. Immerhin bauten sie mit dem 3:2-Heimsieg nach dem Penaltyschiessen gegen Waldkirch.-St. Gallen den Vorsprung auf die Playout-Ränge auf vier Punkte aus.
Mike Gadient

Weshalb die Hot Chilis Rümlang-Regensdorf derzeit meilenweit von ihren grossen Erfolgen vom Vorjahr entfernt sind, als sie es bis in die Aufstiegs-Playoffs geschafft hatten, verdeutlichte das Meisterschaftsspiel gegen WaldkirchSt.?Gallen. Die Spielerinnen von Chilis-Trainer Reto Cadosch bremsten sich mit leichtfertigen Ballverlusten oftmals selbst aus und liessen in der gegnerischen Zone Präzision und eine allerletzte Konsequenz für einen Torerfolg vermissen. So wirkten ihre Spielzüge schlicht zu schwerfällig. Und weil der Tabellendritte aus der Ostschweiz ähnlich agierte, entwickelte sich in der Rümlanger Sporthalle Heuel eine an Ereignissen arme Partie.

Immerhin aber kämpften die Unterländerinnen tadellos und verdienten sich damit dreieinhalb Minuten vor Ende des letzten Drittels den Ausgleich. Giglia Dalla Corte verwertete einen Abpraller zum 2:2 und traf ausserdem im anschliessenden Penaltyschiessen. Dort sicherte Chilis-Torfrau Simona Calabro ihrem Team mit vier parierten Penaltys den Zusatzpunkt.

Ganzes Potenzial abrufen

«Wir haben uns trotz des zweimaligen Rückstandes ins Spiel zurückgekämpft. Aber es war leider wie immer: Wir ha-ben für zu wenig Verkehr vor dem geg-nerischen Tor gesorgt», analysierte die Chilis-Matchwinnerin Simona Calabro. Doch auch wenn die Chilis gefährlich vor dem Tor auftauchten, waren sie noch lange nicht am Ziel. Denn die Chancenauswertung ist das grosse Manko der Hot Chilis in der laufenden Saison. So trat Rümlang-Regensdorf in der Anfangsphase ebenso wie in der Verlängerung gegen St.Gallen dominant auf und konnte die Entscheidung dennoch nicht frühzeitig herbeiführen. Trainer Reto Cadosch sagte schon beinahe verzweifelt: «Es ist das bekannte Lied: Wir schiessen die Tore nicht. Es ist traurig, dass wir nicht einmal einen Bruchteil unseres Potenzials abrufen können.» Tatsächlich kommt sein Team nach 16 von 21 Qualifikationsrunden bei einem Torverhältnis von 47:49 auf sieben Siege und neun Niederlagen.

Dabei hat Cadosch schon einiges ausprobiert, um das Optimum aus seinem Team herauszuholen. So hat der Trainer bei der Linienzusammensetzung rotiert oder den Rhythmus mit zwei beziehungsweise drei eingesetzten Linien variiert. Trotzdem liegen die Hot Chilis nur vier Punkte von den Playouts entfernt. Auf die zur Halbfinalteilnahme berechtigenden Plätze fehlen sieben Zähler.

Selber in der Hand

«Vom Strich wegzukommen, ist die oberste Priorität. Punkto Rückstand auf die Playoffs müssen wir abwarten, was sich in den letzten fünf Runden ergibt. Ansonsten wären wir nicht traurig, wenn die harzige Saison vorzeitig beendet wäre», kommentiert Trainer Reto Cadosch die Tabellensituation.

In den kommenden zwei Runden haben es die Hot Chilis selbst in der Hand, die Verbannung in die Playouts zu verhindern. Nächsten Sonntag treten sie als Gast beim Vorletzten Zugerland an, und am 12.?Februar gastiert das Schlusslicht Zulgtal im Unterland. Cadosch will dabei über den Kampf und mittels Verbesserungen an Feinheiten zum (Tor)Erfolg finden. Alles schwarz malen will der Trainer aber auch nicht: «Die Moral des Teams ist gut. Wir werden weiterarbeiten.»