Online seit 20.01.2012 0:00
Merci, Didier Cuche
Peter Hasler zum Rücktritt von Didier Cuche
von Peter Hasler

Ein Supersportler und Vorbild tritt am Ende der Saison ab. Typisch Didier Cuche: Er verkündet den Rücktritt dort, wo er sich am wohlsten fühlt auf der Streif, der brutalsten und gefährlichsten Skirennpiste. Vier Mal gewann der Neuenburger die Abfahrt, einmal auch den Super-G. Noch aber ist nicht Schluss für den 37-Jährigen. Kitzbühel ruft, zum letzten Mal. Auf der weltweit anforderungsreichsten Piste, an «seinem» Berg, will Cuche nochmals brillieren. Schön wärs, könnte der Sportler des Jahres, der am letzten Samstag sogar zum Schweizer des Jahres gewählt wurde, noch ein-mal zuschlagen. Von den Wahlen kann man im Übrigen halten, was man will: Zeichen der riesigen Wertschätzung, die der kahlköpfige Neuenburger in der Schweizer Bevölkerung geniesst, sind sie auf jeden Fall.

Cuche ist ein Charakterkopf. Mit dem Rücktritt des Westschweizers verliert der Schweizer Skirennsport, ja, der gesamte Schweizer Sport, am Ende dieses Winters eine grosse Figur. Doch nicht nur für die Schweizer Rennequipe ist das ein herber Verlust Didier Cuche wird im gesamten Weltcup-Zirkus sehr fehlen, ist er doch einer der wenigen Athleten mit Ecken und Kanten. Er spricht deutliche Worte, wenn ihm etwas an einer Streckenführung nicht passt. Cuche ist eine Persönlichkeit, deshalb hat seine Stimme auch Gewicht. Unter den Funktionären war und ist er nicht der Beliebteste. Das kann ihm aber völlig egal sein, denn in die Herzen der Sportfans hat er sich schon längst gefahren. Mit Cuche tritt ein harter «Chrampfer» ab, einer, der mit sich selber im Reinen ist. Merci pour tout, Didier Cuche! Wir werden die rasende Ovomaltine vermissen.